Heizöl-Info vom 9. Juli

Die totale militärische Eskalation im Nahen Osten und weitreichende strategische Entscheidungen bei raffinierten Produkten lösen eine allgemeine Panik an den Weltbörsen aus und treiben die Kurse auf kritische Niveaus.

Die Situation ist gestern gekippt, als US-Präsident Donald Trump offiziell erklärte, dass die vorläufige Waffenruhe mit dem Iran beendet sei. Als Reaktion auf die Zusammenstöße hat das US-Militär seine Luftangriffe intensiviert und insbesondere Bandar Abbas ins Visier genommen, den größten iranischen Hafen und die neuronale Basis der Revolutionsgarden. Teheran schlug mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain zurück. Direkte Folge dieses offenen Krieges: Der Tankerverkehr in der Straße von Hormus ist fast vollständig zum Erliegen gekommen, da die Reeder die Durchfahrt als zu gefährlich einstufen.

Der ohnehin unter starkem Druck stehende Markt für raffinierte Produkte (Heizöl, Diesel) erhielt am Mittwochabend einen zweiten schweren Schock. Moskau kündigte ein vollständiges und sofortiges Verbot all seiner Dieselexporte an, um den eigenen Inlandsmarkt zu schützen. Diese Entscheidung droht, die weltweite Versorgung in kritischer Weise zu beeinträchtigen. Die gestern veröffentlichten wöchentlichen Daten des US-amerikanischen DOE bestätigten parallel dazu einen Rückgang der Kraftstoffbestände, was den explosiven Preisanstieg an der Londoner Börse weiter anheizte.

Die Auswirkungen auf den Schweizer Binnenmarkt zeigen sich unmittelbar. Der historische Höhenflug von über 125 Dollar pro Tonne Gasoil gestern in London führt am heutigen Morgen zu einem kräftigen Anstieg der Heizölpreise.