Heizöl-Info vom 27. April

Wir starten in diese neue Woche in einer völligen Sackgasse. Trotz aller Vermittlungsversuche bleibt die Straße von Hormus abgeriegelt, und der physische Angebotsschock beginnt, die weltweiten Wirtschaftsprognosen schwer zu belasten.

Die Lage am Persischen Golf ist festgefahren. Zwar wurde der Waffenstillstand im Libanon verlängert, doch am Wochenende fand kein direkter Dialog zwischen Washington und Teheran statt. Die US-Delegation ist nicht einmal nach Islamabad gereist. Heute Morgen keimt jedoch ein Hoffnungsschimmer auf: Berichten zufolge hat der Iran einen neuen Vorschlag unterbreitet, um Hormus wieder zu öffnen und den Krieg zu beenden – unter der Bedingung, dass die Atomgespräche auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Donald Trump wird an diesem Montag seinen Nationalen Sicherheitsrat einberufen, um dieses Angebot zu prüfen.

Angesichts der anhaltenden Blockade hat Goldman Sachs seine Prognosen deutlich nach oben korrigiert. Die Bank schätzt, dass die Produktion am Persischen Golf um 14,5 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen ist, was zu einem Abbau der weltweiten Lagerbestände in Rekordtempo führt. Goldman Sachs erwartet nun für das vierte Quartal einen durchschnittlichen Brent-Preis von 90 Dollar (statt zuvor 80 Dollar) und warnt, dass dieser Angebotsschock der schwerste in der Geschichte des Ölmarktes ist und alle bisherigen Krisen übertrifft.

Der Konflikt, der nun in seine neunte Woche geht, verursacht bereits konkrete Engpässe bei Kerosin und Flüssiggas. Fluggesellschaften wie die Lufthansa haben bereits begonnen, ihre Flugpläne auszudünnen. Analysten gehen davon aus, dass sich der Brent-Preis dauerhaft oberhalb von 100 Dollar stabilisieren wird, mit einer Spanne von bis zu 115 Dollar im Falle einer regionalen Eskalation.

Die Situation ist an diesem Montagmorgen somit von einer prekären Stabilität geprägt. Es wird daher mit nahezu unveränderten Heizölpreisen im Vergleich zu Freitag gerechnet.