Heizöl-Info vom 25. Juni

Über seine üblichen Kommunikationskanäle gab Donald Trump bekannt, dass der Iran zugesichert habe, während der 60-tägigen Verhandlungsphase keine Transitgebühren, Versicherungskosten oder sonstigen Abgaben von internationalen Handelsschiffen zu verlangen, die die Straße von Hormus passieren. Der US-Präsident verband diese Ankündigung jedoch mit seinen gewohnten Drohungen und betonte, dass die Gespräche beim geringsten Fehltritt sofort abgebrochen würden.

Trotz anhaltender Meinungsverschiedenheiten über das Atomprogramm und die Inspektionen der IAEO räumte Trump ein, dass Teheran sehr große Zugeständnisse mache. Auf logistischer Ebene beschleunigt sich derweil die Auflösung des Tankerstaus im Persischen Golf, wodurch erhebliche physische Mengen freigesetzt werden.

Der offizielle Bericht des US-Energieministeriums (DOE) wies einen deutlichen Rückgang der Rohölvorräte in den USA aus, wodurch sich die US-Sorte WTI gestern Abend vorübergehend über der Marke von 70 Dollar halten konnte, bevor sie heute Morgen erneut nachgab. Dieser massive Abbau verdeutlicht den Zustand der US-Bestände, die auf den niedrigsten Stand seit Januar 2025 gefallen sind, nachdem die Regierung zur Krisenbewältigung auf ihre strategischen Reserven (SPR) zurückgegriffen hatte. Im Gegensatz dazu stiegen die Bestände an raffinierten Produkten, was die Raffineriemargen belastet, zumal die Nachfrage in China stagniert, wo die Raffinerieauslastung ein 9-Jahres-Tief erreicht hat.

Der fundamentale Gesamttrend bleibt neutral bis bearish. Das allmähliche Schwinden der geopolitischen Risikoprämie führt die internationalen Notierungen wieder an das Niveau vor Ausbruch der Iran-Krise heran.

Auf dem Schweizer Markt bleibt die Tendenz Mitte der Woche von einer ausgeprägten Instabilität geprägt. Obwohl der Rückgang des Rohöls an den internationalen Börsen einen tendenziell preissenkenden Faktor darstellt, sorgt die anhaltende Entkopplung zwischen den Preisen für raffinierte Produkte in London und dem Binnenmarkt für unübersichtliche Perspektiven. Die Heizölpreise reagieren weiterhin hochsensibel auf kurzfristige Marktschwankungen und tun sich am heutigen Morgen schwer, eine klare Richtung zu finden.