Heizöl-Info vom 22. Mai

Die Woche geht zwischen Zweifeln und Hoffnungen überaus nervös zu Ende. Während sich die diplomatischen Verhandlungen in komplexen technischen Details verfangen, sorgt der Kurseinbruch gestern Abend in London für einen weiteren Tag des Durchatmens.

Das angeblich bevorstehende Abkommen zwischen Washington und Teheran gleicht immer mehr einer diplomatischen Fata Morgana. Obwohl ein US-Text die Differenzen ein Stück weit verringern konnte, sind zwei fundamentale Blockadepunkte aufgetaucht:

  • Die Atomfrage: Der Oberste Führer, Ayatollah Khamenei, hat Berichten zufolge angeordnet, dass die iranischen Bestände an angereichertem Uran auf iranischem Boden verbleiben müssen – was für Washington inakzeptabel ist.

  • Die Hormus-Maut: Donald Trump und Marco Rubio haben Pläne für eine Transitgebühr, die der Iran gemeinsam mit dem Oman in der Straße von Hormus einführen will, strikt zurückgewiesen. Die USA fordern die absolute Kostenfreiheit in dieser internationalen Wasserstraße. Wie gewohnt ließ Trump mal Milde, mal Härte walten und drohte erneut mit unmittelbar bevorstehenden Militärschlägen, sollte Teheran nicht einlenken.

Trotz der anhaltenden Blockade, die dem Weltmarkt täglich rund 14 % des globalen Angebots entzieht (ca. 14 Millionen Barrel pro Tag aus Saudi-Arabien, Kuwait und dem Irak), hält die OPEC+ an ihrem theoretischen Zeitplan fest. Das Bündnis plant, Anfang Juni eine Förderanhebung von lediglich 188.000 Barrel pro Tag für den Monat Juli anzukündigen. Ein rein symbolischer Tropfen auf den heißen Stein, der den von Goldman Sachs aufgezeigten Rekordrückgang der weltweiten Lagerbestände kaum kompensieren kann.

Das späte Abrutschen der internationalen Kurse am gestrigen Tagesende wirkt sich heute Morgen sehr vorteilhaft auf die Notierungen aus. Im Vergleich zu Donnerstagmorgen wird mit einem erneuten Rückgang der Heizölpreise gerechnet.