Heizöl-Info vom 17. April

Der Ölmarkt beendet die Woche mit vorsichtigem Optimismus. Auch wenn die Lage vor Ort prekär bleibt, konnte eine Reihe wichtiger diplomatischer Ankündigungen den gestrigen Preisanstieg bremsen und den Brent-Kurs wieder unter die 100-Dollar-Marke drücken.

Donald Trump überraschte gestern mit der Aussage, dass ein Abkommen mit Teheran sehr bald abgeschlossen werden könnte, was eine formelle Verlängerung der aktuellen Waffenruhe überflüssig mache. Laut dem US-Präsidenten habe der Iran historische Zugeständnisse gemacht und angeboten, für 20 Jahre auf Atomwaffen zu verzichten sowie seine Bestände an angereichertem Uran an die USA zu übergeben. Obwohl Teheran diese Details noch nicht offiziell bestätigt hat, gewinnt die Idee einer Grundsatzvereinbarung an Boden, was die Märkte hinsichtlich einer schrittweisen Normalisierung beruhigt.

An diesem Freitag begann zudem ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon. Für Teheran war die Einstellung der Feindseligkeiten gegen die Hisbollah eine nicht verhandelbare Bedingung für die Fortsetzung der Gespräche mit Washington. Trotz Berichten über vereinzelte Verstöße im Südlibanon am Morgen wird dieser Waffenstillstand als starkes Signal der Deeskalation gewertet, das für den Erfolg der am Wochenende geplanten Verhandlungen unerlässlich ist.

Während die Diplomatie voranschreitet, bleiben die physischen Ölströme jedoch schwer beeinträchtigt. Die Straße von Hormus ist für den normalen Verkehr nach wie vor nicht geöffnet. Ein iranischer Vorschlag wird derzeit geprüft: Schiffen die Durchfahrt zu gestatten, sofern sie sich strikt in omanischen Gewässern halten. Zudem halten die iranische Drohung gegen das Rote Meer und die Verschärfung der US-Sanktionen gegen die Vermarktungsnetze Teherans eine Risikoprämie aufrecht, da das globale Angebot extrem angespannt bleibt.

Zum jetzigen Zeitpunkt zeigt sich die Situation weitgehend stabil. Die Heizölpreise werden daher für diesen Freitagmorgen auf einem ähnlichen Niveau wie gestern erwartet.