Heizöl-Info vom 13. Juli

Die Woche startet unter Hochspannung. Grund dafür ist ein Wochenende, das von einer erneuten und heftigen militärischen Eskalation im Nahen Osten geprägt war, was die Beruhigung vom Freitag zunichtemachte und die Kurse gleich zur Marktöffnung nach oben trieb.

Die Situation hat sich in den vergangenen 48 Stunden drastisch verschlechtert. Am Sonntag führten die US-Streitkräfte (CENTCOM) eine neue Welle umfassender Luft- und Seeangriffe durch und trafen Dutzende militärische Positionen sowie Küstenradaranlagen im Iran, um den internationalen Schiffsverkehr zu schützen. Teheran reagierte umgehend mit Gegenschlägen auf von den USA genutzte Stützpunkte in Bahrain und Jordanien. Zum ersten Mal seit Wochen nahm der Iran zudem eine kuwaitische Offshore-Ölbohranlage ins Visier, wobei ein Arbeiter verletzt wurde. Infolgedessen meiden die Reeder das Gebiet: Nach Daten von Kpler passierten am Sonntag nur 6 Schiffe die Straße von Hormuz, der niedrigste Stand seit fünf Wochen.

Über die Krise im Nahen Osten hinaus wird der Markt für Destillate weiterhin strukturell durch den Konflikt in Osteuropa gestützt. Neue ukrainische Drohnenangriffe zielten am vergangenen Wochenende auf Energieinfrastrukturen und Raffinerien in Russland. Diese anhaltenden Störungen auf dem Kraftstoffmarkt halten die Raffineriemargen für Diesel und Benzin auf einem Vierjahreshoch, was den kurzfristigen Preisdruck verschärft.

Dieses heftige Wiederaufflammen der internationalen Spannungen und der unmittelbare Höhenflug von fast 50 Dollar pro Tonne Gasoil in London wirken sich augenblicklich auf den Schweizer Markt aus. Nach der Atempause am Ende der vergangenen Woche verzeichnen die Heizölpreise in der Schweiz am heutigen Morgen einen signifikanten Anstieg.