Die fragile diplomatische Waffenruhe im Nahen Osten ist in Stücke geflogen, was zu einem massiven sprunghaften Anstieg der Weltmarktpreise führte und die langfristigen bearishen Prognosen infrage stellt.
Der Konflikt zwischen Washington und Teheran verschärft sich abrupt. Als unmittelbare Reaktion auf die iranischen Raketenangriffe auf Handelsschiffe hat das US-Militär eine massive Welle von Luftschlägen gestartet und dabei mehr als 80 strategische Ziele im Iran angegriffen. Parallel dazu reagierte Teheran mit Drohnenangriffen auf Bahrain, während Kuwait erklärte, seine Luftverteidigung aktiviert zu haben. Auf finanzieller Ebene hob das US-Finanzministerium die Ausnahmeregelungen auf, die dem Iran den Verkauf von Rohöl ermöglicht hatten. Dieser Bruch der Vereinbarungen gefährdet das Mitte Juni unterzeichnete Friedensprotokoll massiv.
In einem ohnehin angespannten Klima veröffentlichte das amerikanische API einen wöchentlichen Bestandsbericht, der einen weiteren Anstieg der Ölpreise vermuten lässt. Während der Rückgang der Rohölreserven mit -0,4 Millionen Barrel moderat ausfällt, verzeichnen die Vorräte an raffinierten Produkten einen deutlich stärkeren Rückgang als erwartet – insbesondere bei Benzin (-2,9 Millionen) und Destillaten (-1,8 Millionen). Diese Zahlen bestätigen den saisonalen Abbau der Ölbestände in den USA und stärken die Preisbefestigung vor der Veröffentlichung der offiziellen DOE-Statistiken am heutigen Nachmittag.
Die abrupte Eskalation der internationalen Spannungen sowie der kräftige Anstieg der Ölpreise in den vergangenen Tagen treiben die Notierungen auf dem Schweizer Markt weiter nach oben. Infolgedessen verzeichnen die Heizölpreise heute Morgen im Vergleich zum Vortag eine erneute Erhöhung.

