Die Lage im Persischen Golf verschlechtert sich am heutigen Mittwoch, den 9. September, weiter und treibt den Brent-Preis in die Nähe der Marke von 100 Dollar. Die US-Streitkräfte zerstörten am Dienstag fünf weitere iranische Öltanker und erklärten, sie hätten auf zwei Angriffsversuche gegen ein Schiff ihrer Marine reagiert. Als Antwort feuerten die iranischen Revolutionsgarden Raketen auf Ziele in Jordanien und forderten die Besatzungen in der Nähe der Terminals in Kuwait und Bahrain auf, ihre Schiffe wegen drohender Schläge unverzüglich zu verlassen. Zudem intensivierten die Huthi-Rebellen ihre Angriffe auf Energieanlagen im Süden Saudi-Arabiens, was zur vorübergehenden Stilllegung mehrerer Einrichtungen führte.
Diese erneute Eskalation stört den Öltransport durch die Strasse von Hormus weiter erheblich. Die Zahl der Schiffe auf dieser essenziellen Route ging am Dienstag stark zurück, und die Exporte aus der Region bleiben weit unter ihrem Niveau aus der Zeit vor dem Konflikt. Zu diesen Schwierigkeiten kommen die weltweit weiterhin niedrigen Reserven an Diesel und Heizöl hinzu. Die Märkte warten nun auf die anstehenden US-Bestandsdaten sowie den Monatsbericht der US-Behörde für Energieinformationen (EIA).
In der Schweiz verzeichnen die Richtpreise für Heizöl am Mittwochnachmittag im Vergleich zu Dienstag noch einen leichten Rückgang, was teilweise den Preisnachlass des ICE Gasoil-Kontrakts im Tagesverlauf des gestrigen Dienstags widerspiegelt. Die Situation entwickelt sich jedoch rasch: Seit Dienstagabend zieht der Kontrakt wieder an und setzt seine Aufwärtsbewegung am heutigen Morgen fort. Dieser erneute Anstieg könnte die Heizölpreise bald wieder unter Druck setzen.

