Heizöl-Info vom 7. Mai

Der Ölmarkt befindet sich derzeit in einer Phase extremer Instabilität. Nach einem schwindelerregenden Kurssturz am Mittwoch, der durch die Hoffnung auf ein baldiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran ausgelöst wurde, besinnt sich der Markt angesichts der brutalen diplomatischen Realität nun eines Besseren.

Am Mittwoch hatte ein Bericht des Medienportals Axios über ein kurz vor der Unterzeichnung stehendes Memorandum of Understanding die Preise um fast 8 % einbrechen lassen. Teheran dämpfte diesen Enthusiasmus jedoch schnell: Ein hochrangiger iranischer Beamter bezeichnete den Text als bloße amerikanische Wunschliste und nicht als realistische Verhandlungsgrundlage. Donald Trump reagierte mit neuen Drohungen und erklärte, es sei noch zu früh für direkte Gespräche. Dem Markt wird klar, dass der Weg zur Wiederöffnung der Straße von Hormus äußerst ungewiss bleibt.

Die gestern veröffentlichten offiziellen Daten des DOE (Energieministerium) bestätigten das angespannte Szenario des API: Ein massiver Rückgang der Lagerbestände unterstreicht die Anfälligkeit der weltweiten Versorgung. Obwohl diese Zahlen gestern vom diplomatischen Chaos überschattet wurden, bilden sie heute eine fundamentale Stütze für die Preise. Sie erinnern daran, dass eine Normalisierung der Ölflüsse selbst im Falle einer Einigung Zeit benötigen wird.

Einige Analysten vermuten, dass Donald Trump versucht, die Lage am Golf zu beruhigen, um sein bevorstehendes Gipfeltreffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der nächsten Woche nicht zu gefährden. Dieser fragile diplomatische Waffenstillstand könnte die Preise in einer instabilen Spanne halten, zwischen der Hoffnung auf Entspannung und der Angst vor neuen Sabotageakten gegen die Ölinfrastruktur.

Nach dem Einbruch vom Mittwoch, bei dem Brent kurzzeitig unter 100 Dollar rutschte, stabilisieren sich die Kurse heute Morgen um die 102-Dollar-Marke; technisch gesehen ist die Lage neutral. Der Markt hängt nun am Tropf der Schlagzeilen, was jede kurzfristige Prognose riskant macht.

Trotz der nervösen Grundstimmung und des leichten Kursanstiegs gestern Abend ist der Effekt des massiven Preissturzes vom Mittwochmorgen in den Preislisten noch nicht vollständig verarbeitet. Infolgedessen ist heute Morgen mit einem deutlichen Rückgang der Heizölpreise zu rechnen.