Neue geopolitische Ereignisse wirbeln die Märkte am heutigen Morgen erneut durcheinander. Während sich Rohöl bislang in einer engen Spanne bewegte, brechen neue Angriffe auf Schiffe im Nahen Osten die Abwärtsdynamik und treiben die Preise nach oben, insbesondere bei den raffinierten Produkten.
Die Hoffnung auf eine Stabilisierung im Nahen Osten schwindet. In der Nacht zum Dienstag wurden mindestens zwei Handelsschiffe, die die Straße von Hormus passierten, von Iran mit Raketen beschossen, was erhebliche Sachschäden verursachte, jedoch keine Opfer forderte. Parallel dazu meldete die britische Marinesicherheitseinheit UKMTO, dass ein Tanker östlich von Oman von einem bislang unbekannten Geschoss getroffen wurde. Diese Vorfälle ereignen sich unmittelbar vor einem entscheidenden NATO-Gipfel in Ankara, an dem US-Präsident Donald Trump dieses brisante Thema zur Sprache bringen will. Analysten befürchten nun, dass die Rückkehr der Spannungen dem jüngsten Preisrückgang ein Ende setzen könnte.
Dieses Wiederaufflammen der Spannungen trifft auf ein Marktumfeld, das längerfristig eigentlich bearish geprägt ist. Am vergangenen Wochenende hatte die OPEC+ in der Tat eine Erhöhung ihrer Produktion für den Monat August beschlossen (+188.000 Barrel pro Tag). Um zudem dem verschärften Wettbewerb und der schrittweisen Rückkehr des regionalen Angebots entgegenzuwirken, hat die staatliche Gesellschaft Saudi Aramco den Weltmarkt mit einer drastischen Senkung ihrer offiziellen Preise für Asien gegenüber der Benchmark überrascht und damit einen potenziellen Preiskampf unter den Erzeugerländern eingeleitet.
Der starke kumulierte Anstieg von ICE Gasoil seit gestern wirkt sich direkt auf den Schweizer Markt aus. Infolgedessen verzeichnen die Heizölpreise heute Morgen im Vergleich zum Vortag einen erneuten Anstieg.

