Heizöl-Info vom 6. Juli

Diese neue Woche beginnt nach dem langen US-Feiertagswochenende zum Independence Day mit einem sehr gegensätzlichen Bild. Einmal mehr entwickeln sich Rohöl und raffinierte Produkte (Gasoil) völlig entkoppelt voneinander, was den Druck auf die Heizölpreise hoch hält.

Die Mitgliedsländer der OPEC+ haben an diesem Wochenende eine weitere Anhebung ihrer Produktionsquoten um 188.000 Barrel pro Tag für den Monat August beschlossen. Dieser Beschluss, der fünfte in Folge, zielt darauf ab, die 2023 beschlossenen Förderkürzungen schrittweise zurückzunehmen. Auf dem physischen Markt ist die Auswirkung dieser Ankündigung jedoch gleich null. Zum einen sind die Vereinigten Arabischen Emirate im Mai aus dem Kartell ausgetreten, zum anderen fällt es der Mehrheit der Mitglieder schwer, ihre aktuellen Ziele zu erreichen, während sich die Produktion im Nahen Osten erst langsam von dem jüngsten Konflikt erholt.

Obwohl sich das globale Rohölangebot wieder erholt, bleibt es deutlich hinter dem Niveau zu Jahresbeginn zurück. Im Juni erreichten die Gesamtexporte aus dem Persischen Golf zwischen 9,6 und 10 Millionen Barrel pro Tag, was immer noch einem täglichen Defizit von rund 40 % im Vergleich zur Vorkriegszeit entspricht. Mittelfristig bleibt der Trend dennoch bearish, da das Rohöl beginnt, ein künftiges Überangebot einzupreisen, das durch massive russische Exporte von unraffiniertem Rohöl gestützt wird.

Auf dem Schweizer Markt entwickeln sich Rohöl und Gasoil weiterhin in entgegengesetzte Richtungen. Während das Rohöl nachgibt, zieht Gasoil wieder an, was zu einem erneuten Anstieg der Heizölpreise führt.