Heizöl-Info vom 5. Mai

Der Ölmarkt steht an diesem Dienstag, dem 5. Mai, unter massiver Spannung. Trotz des symbolischen Erfolgs des US-Projekts „Freiheit“ (Project Freedom) halten eine heftige militärische Eskalation im Golf und Warnungen von Branchenriesen vor erschöpften Weltvorräten die Preise auf einem sehr hohen Niveau.

Zwar gelang es der US-Marine, zwei Schiffe sicher aus dem Golf zu geleiten (darunter ein von Maersk betriebener Frachter), doch dieser Erfolg löste die schwerste Eskalation seit einem Monat aus. Der Iran machte seine Drohungen wahr und griff ein US-Kriegsschiff an, während gleichzeitig strategische Ölinfrastrukturen sowie der Hafen von Fujairah (VAE) bombardiert wurden. Als Reaktion verkündete Donald Trump die Zerstörung iranischer Drohnen und Schnellboote. Diese Wiederaufnahme der Feindseligkeiten lässt ein vorzeitiges Ende des Waffenstillstands befürchten, wobei einige US-Senatoren bereits eine massive Reaktion fordern, um die iranische Kriegsmaschinerie zu zerschlagen.

Die Konzernchefs von Chevron, Exxon Mobil und ConocoPhillips schlagen Alarm: Die Welt verbraucht ihre strategischen und kommerziellen Reserven derzeit in einem unhaltbaren Tempo. Goldman Sachs warnt, dass sich die weltweiten Lagerbestände ihrem niedrigsten Stand seit acht Jahren nähern. Sollte die Blockade von Hormus fortbestehen, fehlt dem Markt jegliches Sicherheitsnetz, was die Rohölpreise mittelfristig massiv stützen dürfte.

Inmitten des Chaos gelang es Venezuela, seine Exporte auf ein Siebenjahreshoch zu steigern, was ein leichtes Gegengewicht zum Ausfall der Barrel aus dem Nahen Osten bildet. Auf diplomatischer Ebene wird der Dialog über den 14-Punkte-Plan Teherans diskret fortgesetzt, doch die „roten Linien“ beider Seiten bleiben vorerst unvereinbar.

Technisch gesehen ist die Lage neutral: Der Brent-Preis stabilisiert sich um die 113-Dollar-Marke. Parallel dazu bleibt Gasoil (Heizöl) trotz einer leichten Erosion zu Handelsbeginn fest.