Heizöl-Info vom 5. Juni

Nach einer deutlichen technischen Korrektur am Vortag aufgrund der Ankündigung eines Waffenstillstands im Libanon stürzt der Ölmarkt am heutigen Freitag, dem 5. Juni, wieder in die Unsicherheit. Grund dafür sind die kategorische Ablehnung der Waffenruhe durch die Hisbollah sowie neue bewaffnete Zwischenfälle in der Golfregion.

Durch ihren Anführer Naim Kassim lehnte die Hisbollah das in Washington ausgehandelte Waffenstillstandsabkommen offiziell ab und bezeichnete die Bedingungen als Fahrplan zur Kapitulation. Die Miliz weigert sich, ihre Angriffe einzustellen, solange Israel seine eigenen Operationen fortsetzt. Donald Trump versuchte, diesen Rückschlag vom Oval Office aus herunterzuspielen, und behauptete, er befinde sich mitten in den abschließenden Verhandlungen mit dem Iran.

Zudem verschärft sich die Lage auf der physischen Angebotsseite weiter: Am omanischen Hafen Mina al Fahal wurden die Rohölverladungen nach einer Explosion an den Tankeranlegestellen vorübergehend ausgesetzt, die vermutlich durch einen Drohnenangriff ausgelöst wurde. Dieser Vorfall folgt auf Behauptungen aus Teheran, ein US-Kriegsschiff ins Visier genommen zu haben, eine Information, die vom CENTCOM jedoch dementiert wurde.

Am heutigen Nachmittag könnte die Veröffentlichung der offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für Mai den Dollar stärken (und damit den Ölpreis belasten), falls ein kräftiges Lohnwachstum die Fed zu einer strafferen Geldpolitik bewegt. Darüber hinaus kommt die OPEC+ am Sonntag zusammen. Der Generalsekretär des Kartells, Haitham Al-Ghais, bekräftigte seinen Optimismus hinsichtlich der weltweiten Nachfrage für 2026 und hält trotz der Krise an einer soliden Wachstumsprognose von +1,2 Millionen Barrel pro Tag fest.

Der globale Marktpreis-Trend bleibt weiterhin bullish (aufwärtsgerichtet). Die Analysten (Saxo Markets, Raymond James) betonen, dass das Fehlen konkreter Fortschritte vor Ort und die anhaltende Blockade der Straße von Hormus eine nachhaltige Entspannung verhindern. Zudem hat Russland offiziell eingeräumt, dass seine Ölproduktion seit Jahresbeginn gesunken ist, was das Angebot weiter verknappt.

Der kräftige Preisrückgang, der gestern in London verzeichnet wurde, wirkt sich am heutigen Morgen zeitversetzt auf die inländischen Heizölpreise aus. Diese Marktkorrektur sorgt am Morgen für einen spürbaren Preisnachlass bei den Endkunden.