Eine explosive Mischung aus geopolitischen Spannungen und diplomatischen Brüchen erschüttert den Ölmarkt, während die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit ihrem Austritt aus der OPEC für eine Überraschung sorgen.
Die VAE gaben gestern nach über 50-jähriger Mitgliedschaft ihren Rückzug aus der OPEC bekannt. Während diese Entscheidung langfristig das Angebot erhöhen könnte, hat sie keine unmittelbaren Auswirkungen, solange die Straße von Hormus blockiert bleibt. An der diplomatischen Front herrscht Stillstand: Washington lehnte ein neues iranisches Angebot ab, die Meerenge im Austausch gegen die Aufhebung der Blockade iranischer Häfen zu öffnen. US-Außenminister Marco Rubio urteilte, dass dieser Vorschlag die grundlegende Atomfrage nicht löse.
Donald Trump behauptete in den sozialen Medien, der Iran befinde sich in einem Zustand des Zusammenbruchs und verlange verzweifelt nach der Öffnung von Hormus. Obwohl Teheran dies nicht bestätigte, schätzen Analysten, dass dem Land nur noch 5 bis 6 Tage an Lagerkapazitäten bleiben, bevor es die Produktion drosseln muss. Der Iran verfügt jedoch über rund 160 Millionen Barrel, die auf Tankern gelagert sind. Der Großteil davon befindet sich bereits außerhalb des Persischen Golfs und steht für Lieferungen nach China bereit.
In Deutschland bereitet sich die Raffinerie Schwedt auf Versorgungsunterbrechungen ab Mai vor, nachdem Russland den Transit von kasachischem Öl über die Druschba-Pipeline eingestellt hat. Alternative Lösungen über den polnischen Hafen Danzig erweisen sich als kostspielig und technisch komplex, was die Preise für Fertigprodukte (Diesel/Heizöl) in der Region in die Höhe treiben könnte.
Der Brent-Preis überschritt gestern die psychologische Marke von 110 Dollar, gestützt durch die Aussicht auf eine anhaltende Knappheit. Die Ankündigung Chinas, seine Treibstoffexporte wieder aufzunehmen, übte jedoch gestern Abend einen Abwärtssdruck auf Gasoil (Heizöl) aus.

