Der Ölmarkt versucht am heutigen Morgen, ein Gleichgewicht zu finden. Die Verlängerung der Aussetzung der direkten militärischen Angriffe zwischen den USA und dem Iran am dritten Tag in Folge verschafft den Rohölpreisen eine kleine Atempause. Donald Trump sprach von ermutigenden Aussichten auf diplomatische Gespräche über regionale Vermittler, obwohl Teheran diese Erklärungen relativierte und betonte, dass noch keine formellen Verhandlungen begonnen haben. Parallel dazu trägt die schrittweise Wiederaufnahme der Verladungen am CPC-Terminal am Schwarzen Meer nach einer einwöchigen Unterbrechung aufgrund von Drohnenangriffen dazu bei, den Druck auf das kasachische Rohöl vorübergehend zu nehmen.
Dennoch bleibt die Lage vor Ort für die weltweite Logistik extrem kritisch. Die Schiffs passage durch die Straße von Hormuz bleibt nahezu gelähmt, was den Ölfluss auf ein absolutes Minimum reduziert. Im Roten Meer setzt die Huthi-Miliz ihre Blockade gegen Saudi-Arabien fort und intensiviert ihre Angriffe. Drohnenangriffe zielten auf wichtige Infrastrukturen des staatlichen Unternehmers Saudi Aramco ab, darunter die strategische Ost-West-Pipeline, die Öl von den östlichen Feldern zum Exporthafen Yanbu an der Westküste transportiert. Ersten Schätzungen zufolge haben diese Offensiven die Lieferungen von diesem alternativen Terminal bereits um 25 % reduziert, was die Sorgen um die Sicherheit der Erdölströme aus dem Nahen Osten erneut anfacht.
Obwohl die weltweiten Terminkontrakte am Montagabend niedriger schlossen, lassen der sehr deutliche Rebound am Londoner Gasoil-Markt am heutigen Dienstagmorgen sowie die anhaltenden direkten Bedrohungen der saudischen Infrastruktur die Beschaffungskosten steigen. Infolgedessen verzeichnen die Richtpreise für Heizöl in der Schweiz einen Anstieg im Vergleich zum Vortag.

