Heizöl-Info vom 25.August

Die neuen US-Sanktionen gegen den Iran lösen an den Märkten vorerst weniger Reaktionen aus als erwartet. Der am Montagabend vom US-Finanzministerium vorgestellte Plan mit dem Titel „Operation wirtschaftlicher Aussenseiter“ weitet die Sanktionen auf mehrere Sektoren aus, darunter Technologie, Luftfahrt, Gold und Schifffahrt. Zudem wurden weitere Unternehmen und Schiffe auf die Sanktionsliste gesetzt.

Kurzfristig dürften diese Massnahmen die iranischen Ölexporte jedoch nicht gravierend beeinträchtigen. Die wichtigsten chinesischen Finanzinstitute, die am Handel mit dem Iran beteiligt sind, wurden nicht direkt ins Visier genommen, und den betroffenen Ländern wird eine Übergangsfrist eingeräumt, um ihre Geschäftsbeziehungen mit Teheran zurückzufahren. Die Märkte werten diese Sanktionen daher eher als Warnschuss zur schrittweisen Erhöhung des Drucks auf den Iran denn als unmittelbare Bedrohung für die weltweite Versorgung. Die Sicherheitslage in der Region bleibt dennoch heikel: Ein Öltanker wurde vor der Küste Omans nahe der Strasse von Hormus getroffen und manövrierunfähig gemacht, während ein saudi-arabischer Tanker im Roten Meer von den Huthi-Rebellen attackiert wurde.

Für den Schweizer Markt gestaltet sich die Tendenz am heutigen Morgen deutlich günstiger. Der ICE Gasoil-Kontrakt setzt seinen am Montag begonnenen kräftigen Rückgang fort. Da die US-Sanktionen vorerst geringere Auswirkungen auf das Angebot haben als befürchtet, lässt der Preisdruck spürbar nach. Die Richtpreise für Heizöl verzeichnen am heutigen Morgen daher einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Montag.