Der Ölmarkt festigt an diesem Mittwoch, 24. Juni, seine Abwärtstendenz. Obwohl sich der Rückgang in einem moderateren Tempo vollzieht, stützen die Bestätigung der Waffenruhe und die ersten Daten zu den US-Lagerbeständen den Kursrückgang und sorgen für eine weitere Entlastung.
Die Verhandlungen in der Schweiz werden in einer von vorsichtigem Optimismus geprägten Atmosphäre fortgesetzt. Die von Washington gewährte vorübergehende 60-tägige Befreiung von den iranischen Ölsanktionen zeigt erste konkrete Wirkungen. Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beschleunigt sich. Der Iran nutzt dieses diplomatische Fenster voll aus, um seine ausstehenden Mengen abzusetzen, während sich die übrigen Golfproduzenten (Saudi-Arabien, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate) darauf einstellen, den Fluss der weltweiten Versorgung aufrechtzuerhalten. Auch wenn die Skepsis hinsichtlich der langfristigen Stabilität dieses Abkommens unter der Trump-Administration bestehen bleibt, schwindet die Gefahr eines unmittelbaren Abbruchs und macht einer Phase der logistischen Normalisierung Platz.
Auf fundamentaler Ebene lieferte der gestern Abend veröffentlichte Wochenbericht des American Petroleum Institute (API) gemischte, aber insgesamt preisdrückende Signale. Die kommerziellen Rohölbestände in den USA setzten ihren Abbau mit einem Rückgang von 765.000 Barrel für die am 19. Juni endende Woche fort. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Bestände an raffinierten Produkten (Benzin und Destillate) einen technischen Anstieg. Der Markt wartet nun auf die Bestätigung dieser Daten durch den offiziellen EIA-Bericht an diesem Nachmittag.
Der fundamentale Gesamttrend bleibt auf neutral bis bearish festgelegt. Die schrittweise Wiederaufnahme der iranischen Exporte kombiniert mit dem Anstieg der Bestände an raffinierten Produkten in den USA überwiegt, obwohl die Rohölvorräte nach wie vor begrenzt sind.
Die Heizölpreise in der Schweiz stabilisieren sich daher am heutigen Morgen.

