Heizöl-Info vom 23. Juli

Der Ölmarkt geht am heutigen Donnerstag, den 23. Juli, förmlich durch die Decke. Der Angriff der Huthi-Rebellen auf zwei Öltanker im Roten Meer stellt eine dramatische Wendung dar und treibt den Brent-Preis in Richtung der 96-Dollar-Marke.

Die Huthi-Rebellen aus dem Jemen sind zur Tat geschritten und haben zwei saudische Öltanker vor der saudischen Küste des Roten Meeres mit Drohnen und Raketen angegriffen. Dieser Angriff markiert die tatsächliche Eröffnung einer neuen Front auf einem Seeweg, der seit der Blockade der Straße von Hormuz überlebenswichtig geworden ist. Analysten warnen, dass die Beeinträchtigung dieser zweiten maritimen Nadelöhr-Route direkt bis zu 5 Millionen Barrel pro Tag bedroht.

Parallel dazu führten die US-Streitkräfte des CENTCOM die zwölfte Nacht in Folge Angriffe im Iran durch. Donald Trump lehnte jegliche Verhandlungsoption öffentlich ab, beschuldigte Teheran, ständig seine Bedingungen zu ändern, und drohte mit der Zerstörung ziviler iranischer Infrastruktur. Der Iran seinerseits erklärte das jüngste Memorandum of Understanding für völlig hinfällig und setzt seine Vergeltungsschläge in der Golfregion fort.

Als einziger relativer Lichtblick hat sich der Tropensturm Bertha beim Erreichen der Küste von Louisiana deutlich abgeschwächt, ohne größere Schäden an den Plattformen oder Raffinerien im Golf von Mexiko anzurichten.

Der gleichzeitige Preissprung bei Rohöl und den verfeinernten Produkten in London löst eine Schockwelle auf dem Schweizer Markt aus. Das gestiegene Versorgungsrisiko im Roten Meer fegt den leichten Rücksetzer, der gestern Nachmittag kurzzeitig zu beobachten war, komplett hinweg. Infolgedessen verzeichnen die Richtpreise für Heizöl am heutigen Morgen einen deutlichen Anstieg.