Trotz der von Washington verkündeten Verlängerung des Waffenstillstands treiben die Realität eines globalen Seekonflikts und sinkende Lagerbestände den Brent-Preis über die Marke von 103 Dollar.
Die Konfrontation beschränkt sich nicht mehr nur auf den Persischen Golf. Die US-Marine hat vor Sri Lanka, Malaysia und Indien mindestens drei iranische Supertanker abgefangen und umgeleitet. Diese massiven Beschlagnahmungen (insgesamt etwa 4 Millionen Barrel) markieren eine neue Phase der US-Blockade. Im Gegenzug beschlagnahmte der Iran zwei Handelsschiffe nahe der Straße von Hormus und bestätigte damit, dass Teheran den von Trump ausgerufenen Waffenstillstand nicht als Ende der Feindseligkeiten betrachtet.
Der iranische Präsident Masud Peseschkian kritisierte in den sozialen Medien die „Heuchelei“ Washingtons und erklärte, dass die Blockade und die Drohungen die Haupthindernisse für echte Verhandlungen seien. Für Analysten beginnt der Markt gegenüber diplomatischen Schlagzeilen abzustumpfen und konzentriert sich nun auf die physische Realität: Solange kein Öl durch die Straße von Hormus fließt, wird der Preisdruck nach oben anhalten.
Der gestern veröffentlichte offizielle DOE-Bericht bestätigte die API-Trends: Die Bestände an raffinierten Produkten (Benzin und Diesel) in den USA sind deutlich gesunken. Hinzu kommt eine weitere schwerwiegende Störung durch den Stopp kasachischer Ölexporte über die Druschba-Pipeline in Russland. Diese Faktoren zusammen signalisieren eine potenzielle Rückkehr zum langfristigen Aufwärtstrend.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Aufwärtstrend bestätigt. Der Anstieg der Börsenkurse von gestern Abend und heute Morgen führt zu einer Verteuerung des Heizöls.

