Heizöl-Info vom 22. Juli

Der Ölmarkt ist am heutigen Morgen erneut heftig entflammt. Während die Vermittlungsversuche im Nahen Osten angesichts der beiderseitigen Angriffe scheitern, treiben eine neue maritime Front im Roten Meer und Lieferstörungen im Schwarzen Meer die Notierungen auf neue Höchststände.

Die US-Streitkräfte führten die elfte Nacht in Folge Angriffe auf militärische Ziele im Iran durch, was zu weiteren Vergeltungsschlägen Teherans auf US-Einrichtungen in Kuwait, Bahrain und Jordanien führte. Donald Trump wies Verhandlungsperspektiven zurück und bekräftigte seine Drohung, die iranische Nuklearanlage Pickaxe Mountain ins Visier zu nehmen. Gleichzeitig haben die Huthi-Rebellen begonnen, ihre Drohung einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien in der Meerenge Bab el-Mandeb wahrzumachen. Dies zwang mehrere saudische Tanker zur Umkehr in Richtung Suezkanal – eine erhebliche Umleitung, die bei einigen Analysten Befürchtungen vor einem Preissprung des Rohöls auf über 100 Dollar schürt.

Die kasachischen Ölexporte über das CPC-Terminal in Noworossijsk am Schwarzen Meer bleiben durch Drohnenangriffe stark beeinträchtigt, was die Ölförderung Kasachstans direkt zu verringern droht. In den USA bewegt sich der Tropensturm Bertha langsam auf Louisiana zu; seine geringe Zuggeschwindigkeit lässt Überschwemmungen und anhaltende Schäden an den Plattformen und Raffinerien der Golfküste befürchten.

Der spektakuläre Höhenflug der Gasoil-Notierungen in London schlägt sich sehr deutlich auf die Preise des Schweizer Marktes nieder. Die Beschaffungskosten schnellen in die Höhe und treiben die Heizölpreise spürbar nach oben.