Die Märkte starten den Tag in einem Klima völliger Verwirrung, geprägt von einer unerwarteten Kehrtwende des Weißen Hauses und Daten zu den US-Lagerbeständen, die die Preise nach oben treiben.
Obwohl er vor kurzem noch das Gegenteil behauptet hatte, verkündete Donald Trump am Mittwochmorgen die Verlängerung des Waffenstillstands mit dem Iran auf unbestimmte Zeit. Diese Entscheidung, die auf Ersuchen des pakistanischen Vermittlers getroffen wurde, soll der iranischen Regierung Zeit geben, einen einheitlichen Friedensvorschlag vorzulegen. Dennoch bedeutet diese diplomatische Pause keine Aufhebung des Drucks: Die US-Seeblockade wird fortgesetzt, und der US-Präsident drohte Teheran im Falle eines endgültigen Scheiterns mit vernichtenden Angriffen.
Trotz dieser Ankündigungen bleibt die Realität der Ölströme kritisch. Die Straße von Hormus ist technisch gesehen weiterhin geschlossen, und die wiederholten Drohungen der Huthi-Rebellen im Roten Meer lassen eine doppelte Abriegelung der Seewege im Nahen Osten befürchten. Diese anhaltende Blockade hält den Markt in einem Umfeld hoher Preise gefangen.
Das API veröffentlichte gestern Abend sehr bullishe Schätzungen für die Woche zum 17. April. Entgegen den Erwartungen sollen die US-Bestände in allen Kategorien massiv gefallen sein: -4,4 Millionen Barrel Rohöl und -5,2 Millionen Barrel Benzin. Sollten diese Zahlen durch den offiziellen DOE-Bericht heute Nachmittag (16:30 Uhr) bestätigt werden, wäre dies ein Beleg dafür, dass der Mangel an ausländischen Barrels bereits empfindlich an den Sicherheitsreserven der USA zehrt.
Für den Binnenmarkt wirkt sich der abrupte Anstieg der Börsenkurse vom Dienstagabend heute Morgen schwerwiegend aus. Es wird daher mit einem deutlichen Anstieg der Heizölpreise am heutigen Vormittag gerechnet.

