Der Ölmarkt zeigt sich am heutigen Dienstag, den 21. Juli, hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung im Nahen Osten und neuen Bedrohungen für die Ölversorgung. Während die Vermittler ihre Bemühungen um einen Waffenstillstand fortsetzen, schürt der Tropensturm Bertha im Golf von Mexiko die Furcht vor Störungen der US-Ölförderung.
Vermittlerstaaten, darunter Pakistan, Katar und Ägypten, haben Washington und Teheran eine zehntägige Waffenruhe vorgeschlagen, um den Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz wieder zu sichern. Obwohl die USA diesen Vorschlag prüfen, verdeutlichen die gegenseitigen Angriffe in der Nacht, wie fragil die Lage weiterhin ist. Gleichzeitig drohen die Huthi-Rebellen aus dem Jemen nach wie vor mit einer Blockade der Seewege vor Saudi-Arabien, was einen erheblichen Teil der Ölexporte aus der Region beeinträchtigen könnte.
Im Golf von Mexiko nähert sich der Tropensturm Bertha den Küsten von Louisiana und Mississippi. Ölkonzerne wie Chevron und BP haben vorsorglich bereits mit der Evakuierung von Personal und der teilweisen Einstellung ihrer Förderung begonnen. Der Sturm bedroht zudem eine Region, auf die fast die Hälfte der Raffineriekapazitäten der USA entfällt, was die Treibstoffproduktion belasten könnte.
Trotz des leichten Rückgangs an den internationalen Börsen zu Handelsbeginn am heutigen Morgen wirken die Aufschläge vom Montag auf den Beschaffungskosten nach. Infolgedessen verzeichnen die Richtpreise für Heizöl in der Schweiz am heutigen Morgen einen leichten Anstieg im Vergleich zu gestern.

