Heizöl-Info vom 20. Juli

Der Ölmarkt ist zu Beginn der Woche heftig entflammt. Das vollständige Schwinden jeglicher Hoffnung auf eine kurzfristige Deeskalation zwischen Washington und Teheran hat den Brent-Rohölpreis über die psychologisch wichtige Schwelle von 90 Dollar getrieben, und dies vor dem Hintergrund historisch niedriger weltweiter Lagerbestände.

Die Spannungen haben am Wochenende einen neuen kritischen Höhepunkt erreicht. Die US-Streitkräfte des CENTCOM führten die neunte Nacht in Folge intensive Angriffe auf militärische Ziele im Iran durch – Operationen, die von Donald Trump als Vergeltung für den Tod von zwei US-Soldaten in Jordanien und eines dritten im Laufe des Wochenendes bezeichnet wurden. Als Vergeltung vervielfachte Teheran seine Raketenangriffe in der Golfregion. Eine Öl-Infrastruktur sowie ein Kraftwerk wurden in Kuwait schwer getroffen, während auch die BAPCO-Raffinerie in Bahrain ins Visier genommen wurde.

Zudem behauptete die iranische Marine, vier Schiffe in der Straße von Hormuz abgefangen zu haben, während unweit der Küste von Oman ein mysteriöses Feuer auf einem Frachtschiff ausbrach. Parallel dazu hält die Drohung einer Blockade der Meerenge von Bab el-Mandeb durch die Huthi-Rebellen (ein entscheidender Ausweichweg für Saudi-Arabien) sowie von direkten Angriffen auf die saudische Infrastruktur die Angst vor einem umfassenden Lieferabriss aufrecht.

Der starke Anstieg des ICE Gasoil-Kontrakts, der europäischen Benchmark für Diesel- und Heizölpreise, lastet weiterhin auf dem Schweizer Markt. Die Analysten beobachten zudem aufmerksam mögliche neue US-Sanktionen gegen Russland, die die Versorgung stören könnten. Auch wenn der ICE Gasoil-Kontrakt im Laufe des Vormittags leicht nachgegeben hat, bleiben die geopolitischen Spannungen allgegenwärtig. Die Richtpreise für Heizöl in der Schweiz zeigen sich am heutigen Morgen weitgehend stabil, mit einem sehr leichten Anstieg im Vergleich zum Ende der vergangenen Woche.