Washington setzt nun vorrangig auf wirtschaftlichen Druck gegen Teheran, was am heutigen Donnerstag, den 20. August, für etwas Beruhigung an den Märkten sorgt. Donald Trump sprach von einem „wirtschaftlichen D-Day“ und einer beispiellosen Sanktionskampagne, die darauf abzielt, den Iran weiter zu isolieren. Dabei könnten insbesondere Länder, Banken und Raffinerien ins Visier genommen werden, die iranische Exporte erleichtern. Diese Strategie scheint jedoch vorerst einen militärischen Bodeneinsatz der USA auszuschliessen, was die Sorgen vor einer unmittelbaren weiteren Eskalation etwas dämpft.
Auch auf der Angebotsseite zeigen sich erste Anzeichen einer leichten Besserung. Saudi Aramco hat die von mehreren europäischen Raffinerien für September angeforderten Liefermengen bestätigt, indem ein Teil des Öls über Ägypten transportiert wird, um die von den Huthi-Rebellen bedrohten Zonen zu umgehen. In den USA weist der jüngste Bericht des Energieministeriums (DOE) zudem einen unerwarteten Anstieg der Rohöllagerbestände aus. Die Lage bleibt dennoch fragil: Die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien halten an und der Tankerverkehr in der Strasse von Hormuz bleibt weiterhin stark eingeschränkt.
Diese Beruhigung schlägt sich in einer günstigeren Entwicklung auf dem Schweizer Markt nieder. Der ICE Gasoil-Kontrakt setzt seinen Rückgang in London nach den hohen Ständen zu Beginn der Woche fort. Dieser Rückgang entlastet die Beschaffungskosten und führt am heutigen Morgen zu einem spürbaren Nachgeben der Richtpreise für Heizöl in der Schweiz im Vergleich zu Mittwoch.

