Heizöl-Info vom 2. Juli

Der Ölmarkt zeigt an diesem Donnerstag, 2. Juli, eine deutliche Entkopplung. Während Rohöl (Brent) angesichts der Aussichten auf ein globales Überangebot auf den niedrigsten Stand seit vier Monaten fällt, dreht der Markt für raffinierte Produkte (Gasoil) heute Morgen in London wieder nach oben.

Sowohl Brent als auch WTI verloren gestern mehr als 1 % und erreichten Vier-Monats-Tiefs. Die Investoren stellen sich mittelfristig wieder auf einen überschüssigen Markt ein. Diese Neubewertung erklärt sich durch die rasche Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, kombiniert mit den Aussichten auf Förderanhebungen der OPEC+ ab August. Nach Morgan Stanley hat auch die UBS ihre Prognosen für Brent deutlich nach unten korrigiert und ihr Ziel für das dritte Quartal von 105 auf 80 Dollar pro Barrel gesenkt.

Die indirekten Verhandlungen werden in Doha über katarische Vermittler fortgesetzt und zeigen ermutigende Fortschritte beim Memorandum of Understanding, das die Kämpfe im Juni beendete. Die Schlüsselfrage der langfristigen Kontrolle über den freien Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bleibt jedoch eine Spannungsquelle. Der Iran beharrt auf seiner staatlichen Souveränität und drängt auf die Einführung von Transitgebühren, ein Vorhaben, das von Washington strikt abgelehnt wird. Zudem sehen die Revolutionsgarden in diesem logistischen Nadelöhr ihr wichtigstes Druckmittel auf der internationalen Bühne.

Trotz des deutlichen Rückgangs von Rohöl auf internationaler Ebene bleibt der Schweizer Inlandsmarkt unter Druck. Der plötzliche Anstieg von Gasoil in London an diesem Morgen macht die Hoffnungen auf eine technische Korrektur nach unten zunichte. Für den Moment bleiben die Heizölpreise stabil, doch das Gleichgewicht bleibt fragil.