Heizöl-Info vom 19. Mai

Zwei gegensätzliche Kräfte zerren heute an den Märkten. Auf der einen Seite treibt der spektakuläre Rückgang der US-Reserven die Kurse nach oben, auf der anderen Seite mahnen Gerüchte über ein diplomatisches Abkommen und mysteriöse Finanzbewegungen zur Vorsicht.

Der gestern Abend veröffentlichte wöchentliche API-Bericht hat den Markt überrascht und massive, flächendeckende Bestandsabnahmen in den USA offengelegt:

  • Rohöl: -9,1 Millionen Barrel (während der Markt mit -3 Millionen rechnete).

  • Benzin: -5,8 Millionen Barrel – ein stark bullishes Signal kurz vor Beginn der Sommerreisesaison.

  • Destillate (einschließlich Heizöl): -1,0 Millionen Barrel.

Diese Zahlen bestätigen die extreme Anspannung auf dem physischen Weltmarkt. Sollte der offizielle Bericht des DOE heute Nachmittag um 16:30 Uhr diese Daten bestätigen, ist mit einer starken bullishen Reaktion zu rechnen.

An der diplomatischen Front herrscht weiterhin Stillstand. Donald Trump lässt mal Milde, mal Härte walten: Er behauptet, dass sehr schnell eine Einigung erzielt werden könnte, droht dem Iran jedoch gleichzeitig mit einem potenziellen schweren Militärschlag, falls Teheran seine Bedingungen ablehnt. Vor Ort verschärft sich die US-Seeblockade. Da der Iran nicht exportieren kann, stoßen seine schwimmenden Lager an ihre Grenzen; die Zahl der Tanker stieg von 29 auf 49 (was 42 Millionen blockierten Barrel entspricht).

Spiegelbildlich zu den Fundamentaldaten bleibt die Chartanalyse neutral. Dem Markt fehlt eine klare Richtung, und er wartet auf das Urteil der DOE-Zahlen heute Nachmittag.

Heute Morgen folgen die Heizölpreise einem eher abwärtsgerichteten Trend.