Während die vorzeitige Unterzeichnung des Friedensabkommens ein ruhiges Wochenende erwarten ließ, erweist sich das Libanon-Dossier nun als Spielverderber. Die Weigerung Israels, seine Militäroperationen gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz einzustellen, veranlasst Teheran dazu, die Verhandlungen auszusetzen. Dieser diplomatische Rückschlag von extremer Tragweite lässt die Risikoprämie sofort wieder ansteigen und sorgt für eine Erholung der Ölpreise.
Der Friedensgipfel auf dem Bürgenstock bei Luzern erleidet damit einen abrupten Rückschlag, noch bevor er überhaupt begonnen hat. Diplomatischen Quellen zufolge hat der Iran seine Teilnahme an der zweiten Phase der Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen vorübergehend eingefroren. Teheran fordert die strikte Umsetzung des ersten Punktes des Rahmenabkommens: einen sofortigen und umfassenden Waffenstillstand an allen Fronten, einschließlich des Libanons. Die israelische Armee setzt dort jedoch ihre Angriffe gegen die Hisbollah aktiv fort.
Donald Trump versuchte auf seinen Social-Media-Kanälen die Wogen zu glätten, indem er alle Parteien zur Zurückhaltung aufrief und betonte, dass er eine vollständige Waffenruhe erwarte. Unterdessen setzte das US-Finanzministerium neue Finanzstrukturen mit Verbindungen zur Hisbollah wegen Behinderung des Friedensprozesses auf die Sanktionsliste. Obwohl die Seeblockade durch das US-Zentralkommando (CENTCOM) theoretisch aufgehoben wurde, befürchtet der Markt, dass das Rahmenabkommen hinfällig werden könnte, falls die libanesische Front erneut eskaliert.
Der Gesamttrend wechselt damit wieder zu einem neutralen bis bullishen Status. Die Erleichterung über die Unterzeichnung des Rahmenabkommens wird nun durch das Risiko eines Scheiterns der Gespräche aufgrund des israelisch-libanesischen Konflikts gefährdet.
Die Hoffnungen auf eine weitere Beschleunigung des Preisrückgangs der letzten Tage vor dem Wochenende haben sich zerschlagen. Die Heizölpreise ziehen am heutigen Morgen wieder an.

