Die Lage rund um die Strasse von Hormus bleibt besonders angespannt. Am Donnerstag wurde in der Nähe von Oman erneut ein Schiff angegriffen, während die iranischen Revolutionsgarden ihren Willen bekräftigten, die Durchfahrt durch diese strategisch wichtige Schifffahrtsroute zu kontrollieren. Diese Vorfälle halten das Risiko für die Öltransporte in der Region hoch. Gleichzeitig könnte die Aussicht auf eine schrittweise Wiederinbetriebnahme der saudischen Ost-West-Pipeline die Exportkapazitäten des Landes verbessern und einen Teil der Sorgen um die weltweite Versorgung abschwächen.
Auf diplomatischer Ebene versucht China, den Iran zu einer Eindämmung der Angriffe der Huthi-Rebellen auf saudische Interessen zu bewegen, während die USA über das weitere Vorgehen bei ihren Militäroperationen gegen Teheran beraten. In diesem sehr unsicheren Umfeld haben die Ölmärkte in den vergangenen beiden Handelstagen deutlich nach unten korrigiert. Die Abwärtsbewegung hat sich am Freitagmorgen weiter verstärkt, wobei am europäischen Destillatmarkt neue Tiefststände erreicht wurden. Die geopolitischen Risiken bleiben jedoch hoch und sorgen weiterhin für grosse Unsicherheit.
In der Schweiz wirkt sich diese Entspannung an den internationalen Märkten deutlich auf das Heizöl aus. Nach dem am Donnerstag verzeichneten Rückgang hat sich die Abwärtsbewegung beim ICE Gasoil am Freitagmorgen nochmals beschleunigt. Diese Entwicklung verstärkt den Abwärtsdruck auf dem Inlandmarkt und führt dazu, dass die Richtpreise für Heizöl gegenüber gestern Morgen zurückgehen.

