Heizöl-Info vom 18. Juni

Die Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen Washington und Teheran beschleunigt sich zur allgemeinen Überraschung an diesem Donnerstag, 18. Juni. Während eine offizielle Zeremonie ursprünglich für Freitag erwartet wurde, haben Donald Trump und der iranische Präsident Peseschkian das 14-Punkte-Dokument bereits vorab formell unterzeichnet. Das Abkommen tritt damit mit sofortiger Wirkung in Kraft und eröffnet eine 60-tägige Waffenstillstandsperiode, um über das Atomprogramm zu verhandeln. Dieser Befreiungsschlag gegen die geopolitischen Unsicherheiten lässt die Weltmarktpreise erneut sinken.

Auf maritimer Ebene sieht der Text die sofortige Einstellung der Militäroperationen an allen Fronten sowie die vollständige Aufhebung der US-Blockade innerhalb von 30 Tagen vor. Der Iran verpflichtet sich seinerseits, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus freizugeben, und verzichtet für die nächsten 60 Tage auf jegliche Transitgebühren. Das Risiko, dass die Verhandlungen in letzter Minute scheitern könnten, ist damit verschwunden.

Die Monatsberichte der IEA und der EIA bestätigen, dass eine nachhaltige Wiederöffnung von Hormus den Markt übersättigen wird, und prognostizieren für 2027 einen massiven weltweiten Überschuss von 4 bis 5 Millionen Barrel pro Tag. Kurzfristig bleibt die physische Knappheit jedoch hoch: Der offizielle Bericht des DOE bestätigte einen kritischen Rückgang der Rohölvorräte in den USA, insbesondere im Zentrallager Cushing, das nur noch knapp 2 Millionen Barrel über seinem operativen Minimum operiert.

Obwohl die US-Notenbank (Fed) gestern Abend die Zinsen unverändert ließ, lässt die sehr restriktive Rhetorik des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh gegen die Inflation eine künftige Zinserhöhung erwarten. Diese Haltung ließ den Dollar stark ansteigen, was mechanisch auf die Ölpreise drückt.

Wir wechseln nun zu einem neutralen bis bearishen Gesamttrend. Die vorzeitige Unterzeichnung des Abkommens wendet das Worst-Case-Szenario ab. Auch wenn die Neuorganisation der Logistikströme Zeit in Anspruch nehmen wird, bestimmt die Aussicht auf ein mittelfristig deutlich überversorgtes Angebot nun das Marktgeschehen.

Die sehr erfreuliche Dynamik bei den Heizölpreisen setzt sich daher am heutigen Morgen fort.