Der Ölmarkt bewegt sich am heutigen Freitag, den 17. Juli, in einem Klima großer Unsicherheit. Während sich die geopolitischen Spannungen auf neue Fronten ausweiten und die weltweite Versorgung bedrohen, bremsen technische Hindernisse in London den Höhenflug der Rohölpreise vorübergehend aus.
Der Konflikt im Nahen Osten nimmt eine immer komplexere Wendung des Geschehens. Parallel zu den anhaltenden US-Luftangriffen auf den Iran lastet eine neue Bedrohung auf dem Ölmarkt. Abdul Malik al-Huthi, der Anführer der von Teheran unterstützten Huthi-Miliz, hat Saudi-Arabien direkt mit Raketen- und Drohnenangriffen auf seine Energieinfrastruktur gedroht, sollte sich Riad an den Angriffen beteiligen.
Zudem hat der Iran offenbar die Unterstützung der Huthis gesucht, um eine mögliche Blockade der Meerenge von Bab el-Mandeb vorzubereiten, ein Transportweg, der seit den massiven Störungen in der Straße von Hormuz für die saudischen Exporte lebenswichtig geworden ist. Eine Schließung dieses zweiten maritimen Nadelöhrs würde die Ströme des schwarzen Goldes auf dem Weltmarkt in kritischer Weise lähmen.
Trotz der kurzfristigen Stagnation des Brent-Rohölpreises aufgrund technischer Faktoren bei den Importen bekommt der Schweizer Markt die Nachwirkungen des starken Gasoil-Anstiegs zu spüren, der am Donnerstagabend in London verzeichnet wurde. Das Verharren von Gasoil auf historisch sehr hohem Niveau und die Befürchtungen einer Ausweitung der Seeblockaden treiben die Inlandspreise weiter an. Die Heizölpreise verzeichnen daher am heutigen Morgen einen erneuten Anstieg.

