Die Spannungen bei der Ölversorgung bleiben an diesem Mittwoch, 16. September, sehr hoch. Saudi-Arabien hat begonnen, einige für Europa vorgesehene Öllieferungen zu streichen, nachdem die Ost-West-Pipeline beschädigt wurde. Gleichzeitig wurden die Verladungen am Rotmeer-Terminal Yanbu vorübergehend ausgesetzt. Der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus bleibt ebenfalls stark beeinträchtigt, während in Libyen mehrere Ölfelder infolge von Protesten stillgelegt wurden. Diese verschiedenen Ereignisse halten die Sorgen vor weiteren Störungen des weltweiten Angebots aufrecht.
Einige Faktoren sorgen allerdings für ein leichtes Gegengewicht. Erste Schätzungen aus den USA zeigen einen unerwarteten Anstieg der Rohöl- und Produktbestände, was ein eher bearishes Signal darstellt, das heute Nachmittag noch durch die offiziellen Daten bestätigt werden muss. Die Märkte warten zudem auf den Zinsentscheid der US-Notenbank. Trotz dieser Faktoren bleiben die internationalen Notierungen auf einem sehr hohen Niveau, gestützt durch die geopolitischen Risiken, die Exportprobleme im Nahen Osten und die anhaltenden Beeinträchtigungen der russischen Raffineriekapazitäten.
In der Schweiz bleiben die Heizölpreise unter starkem Druck. Der ICE Gasoil hält sich heute Morgen nach dem deutlichen Anstieg vom Dienstag trotz eines relativ volatilen Handels auf einem sehr hohen Niveau. Diese Entwicklung wirkt sich weiterhin auf den Inlandmarkt aus, mit deutlich höheren Richtpreisen für Heizöl als am Dienstagmorgen.

