Die Woche endet mit einer vorsichtigen Note. Auch wenn die Spannungen am Persischen Golf noch nicht gelöst sind, bieten Anzeichen für eine logistische Entspannung und der Diplomatie-Gipfel in China eine leichte Atempause.
Ein Signal der Beruhigung kam aus Teheran: Der Iran hat mehreren chinesischen Tankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus nach Vereinbarungen über Kontrollprotokolle gestattet. Tracking-Daten zeigen, dass sich der Schiffsverkehr innerhalb einer Woche verdreifacht hat (38 Schiffe gegenüber 12 in der Vorwoche). Obwohl dieses Volumen weit von den üblichen 140 täglichen Passagen entfernt bleibt, mildert diese teilweise Wiederaufnahme, einschließlich Schiffen mit Ladungen aus dem Irak und den Emiraten, vorübergehend die Sorgen vor einer totalen und dauerhaften Blockade.
In Peking zeigten Donald Trump und Xi Jinping eine geschlossene Front in Fragen der Energiesicherheit. China erklärte sich bereit, mehr US-Öl zu importieren, um seine Abhängigkeit vom Golf zu verringern. Vor allem sind sich beide Mächte einig, dass der Seeweg offen bleiben muss. Auch wenn noch keine konkrete Lösung für den Iran-USA-Konflikt unterzeichnet wurde, lastet diese Übereinstimmung der beiden weltweit größten Verbraucher auf den Kursen.
Trotz dieser relativen Ruhe halten die internationalen Organisationen (IEA, OPEC) ihre Warnungen aufrecht:
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Produktion auf Tiefststand: Die OPEC bestätigt einen massiven Produktionseinbruch; Saudi-Arabien verzeichnet den niedrigsten Stand seit 1990.
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Bestände in Gefahr: Die IEA warnt, dass die weltweiten Reserven in Rekordtempo schmelzen und der Markt bis Oktober massiv unterversorgt bleiben wird, selbst wenn die Kämpfe morgen enden würden.
Der Markt befindet sich in einer Phase der Richtungssuche, weshalb die Lage als neutral eingestuft wird. Analysten warten das Ende der Gespräche in Peking an diesem Freitag ab, bevor sie Positionen für das Wochenende beziehen.
Aufgrund der geschlossenen Büros am gestrigen Feiertag (Auffahrt) passen sich die Preise heute Morgen an die internationalen Notierungen der letzten zwei Tage an. Der am Donnerstag in London verzeichnete Rückgang lässt einen Rückgang der Heizölpreise im Vergleich zu Mittwoch erwarten.

