Die bevorstehende Wiederaufnahme der US-Seeblockade trifft auf direkte militärische Zusammenstöße von beispielloser Brisanz und treibt den Brent-Preis in Richtung der 85-Dollar-Marke.
Die Spannungen in der Straße von Hormuz haben heute Morgen eine neue kritische Schwelle erreicht. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate gab bekannt, dass zwei seiner Supertanker, die Mombasa und die Al Bahiyah, in omanischen Gewässern direkt von iranischen Marschflugkörpern getroffen wurden. Der Angriff löste schwere Brände aus, forderte acht Verletzte und kostete ein Besatzungsmitglied der Mombasa das Leben.
Diese Eskalation erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem US-Präsident Donald Trump die vollständige Wiederaufnahme der Seeblockade gegen den Iran ab diesem Dienstag bestätigt hat. Zudem hat Washington angekündigt, eine „Sicherheitsgebühr“ von 20 % auf alle Waren erheben zu wollen, die die Straße von Hormuz passieren, als Gegenleistung für die Wächterrolle des US-Militärs. Dies lässt die potenziellen Transportkosten für die Reeder explodieren.
Abseits der Spannungen im Nahen Osten richtet sich die Aufmerksamkeit der Investoren heute auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für Juni. Höher als erwartet ausfallende Daten würden die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinserhöhungen der Fed vor Jahresende verstärken, was den Dollar stützen und somit mittelfristig einen abwärtsgerichteten Druck auf die Rohölpreise ausüben könnte.
Der Schweizer Markt bekommt diesen neuen, schweren geopolitischen Schock mit voller Wucht zu spüren. Der kräftige Anstieg der Gasoil-Preise in London wirkt sich direkt auf den Schweizer Markt aus. Infolgedessen verzeichnen die Heizölpreise am heutigen Morgen im Vergleich zum Vortag einen deutlichen Anstieg.

