Der Ölmarkt befindet sich am heutigen Dienstag, dem 14. April, weiterhin in einer Phase hoher Volatilität. Nachdem am Wochenende fast ein vollständiger Abbruch der Beziehungen drohte, reichte ein Hoffnungsschimmer an der diplomatischen Front aus, um die Preisblase etwas zu dämpfen und Brent sowie WTI wieder knapp unter die symbolische 100-Dollar-Marke zu drücken.
Während eine Eskalation nach dem Scheitern der Gespräche in Islamabad unvermeidlich schien, hat sich das Blatt offenbar gewendet. Donald Trump gab an, von iranischen Gesandten kontaktiert worden zu sein, die eine Einigung anstreben. Teheran bestätigte dieses erneute Interesse am Dialog und betonte, dass die Differenzen, insbesondere beim Atomprogramm und der maritimen Sicherheit, nicht in einer einzigen Sitzung gelöst werden können. Auch wenn Ort und Datum für einen neuen Gipfel noch unbekannt sind (Türkei oder Ägypten sind im Gespräch), hat diese Aussicht auf Deeskalation die Anleger vorerst beruhigt.
Trotz der diplomatischen Entspannung hat sich die Lage vor Ort nicht verbessert. Die Straße von Hormus bleibt für die Mehrheit der Exporteure technisch blockiert. Erschwerend kommt hinzu, dass die USA mit ihrer eigenen Blockade begonnen haben und bereits zwei Schiffe mit Ziel Iran abgefangen wurden. In Europa werden die Vorräte an raffinierten Produkten knapp: Flughäfen zeigen sich bereits besorgt über einen drohenden Kerosinmangel. Die IEA (Internationale Energieagentur), die heute ihren Monatsbericht veröffentlicht, dürfte bestätigen, dass sich der Weltmarkt in einer beispiellosen Anspannung befindet.
Der IWF plant, seine Prognosen für das globale Wachstum noch heute nach unten zu korrigieren, und unterstreicht damit, dass dieser Konflikt nicht nur den Kriegsparteien, sondern der gesamten Weltwirtschaft teuer zu stehen kommt. IWF-Chefin Kristalina Georgieva warnte, dass die Energiepreise das Hauptrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2026 bleiben.
Nach einem sehr nervösen Handel am Montag bleiben die Preise heute Morgen instabil. Die technischen Indikatoren verhalten sich derzeit neutral: Sollte die Diplomatie siegen, könnte sich Brent dauerhaft unter 100 Dollar festsetzen. Im Gegensatz dazu würde jedes Anzeichen für eine Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine die Preise sofort wieder nach oben treiben.
Dank dieser vorübergehenden Entspannung ist am heutigen Morgen ein deutlicher Rückgang der Heizölpreise zu beobachten.

