Zwischen den Monatsberichten der großen Energieagenturen, den US-Lagerbeständen und dem Trump-Xi-Gipfel in China zeichnet sich an den Märkten keine klare Richtung ab.
Alle Augen sind auf Peking gerichtet, wo Donald Trump Xi Jinping trifft. Während der Markt auf eine chinesische Vermittlung in der Golfkrise gehofft hatte, dämpfte Trump diese Erwartungen mit der Erklärung, dass der Konflikt mit dem Iran bei den auf den Handel konzentrierten Gesprächen nicht im Mittelpunkt stehen werde. Er behauptete sogar: „Wir haben den Iran weitgehend unter Kontrolle.“ Eine Haltung, die Analysten skeptisch zurücklässt, da die Benzinpreise in den USA so hoch sind wie seit der Covid-Zeit nicht mehr.
Die EIA (US-Energieinformationsbehörde) hat einen entmutigenden Bericht veröffentlicht. Für 2026 prognostiziert sie ein massives globales Defizit von -2,55 Millionen Barrel pro Tag (gegenüber zuvor erwarteten -0,29 Millionen), was die verheerenden Auswirkungen des Krieges im Golf bestätigt. Für 2027 rechnet sie jedoch bereits wieder mit einem Angebotsüberschuss. Dieser Kontrast erzeugt eine kurzfristig sehr bullishe Dynamik trotz ruhigerer langfristiger Aussichten.
Der gestern Abend veröffentlichte API-Bericht überraschte den Markt: Während die Rohölbestände weiter sanken (-2,2 Millionen Barrel), verzeichneten die Benzinvorräte einen leichten Anstieg (+0,1 Millionen) und brachen damit eine Serie von 12 Wochen im freien Fall. Diese Daten verschafften den Kursen eine kurze Atempause, obwohl die Bestände an Destillaten (einschließlich Heizöl) weiterhin auf historisch niedrigen Niveaus verharren.
Trotz des gestern beobachteten Anstiegs der Weltmarktpreise ermöglicht die leichte Entspannung am Mittwochmorgen eine Stabilisierung der Preise.

