Nach mehreren Tagen starker Anstiege legen die Ölpreise am heutigen Donnerstag, den 13. August, eine Pause ein. Die Spannungen rund um die Straße von Hormuz scheinen inzwischen weitgehend in den Preisen berücksichtigt zu sein, während die Verhandlungen unter der Vermittlung Pakistans zur Wiederöffnung der Meerenge offiziell festgefahren sind. Der Iran hat eine Verlängerung des im Juni geschlossenen vorläufigen Abkommens abgelehnt und fordert nun eine umfassende Überarbeitung einschließlich finanzieller Entschädigungen – eine Bedingung, die Washington ablehnt.
Die Spannungen breiten sich auch auf Europa aus. Als Reaktion auf das neue Sanktionspaket der EU, das sich insbesondere gegen Schiffe richtet, die zur Umgehung der Sanktionen gegen Russland genutzt werden, drohte Wladimir Putin mit der Beschlagnahme europäischer Schiffe und deren Ladungen. In den USA verzeichnet der jüngste Bericht des Energieministeriums (DOE) einen kräftigen Anstieg der Rohöllagerbestände. Dieser Anstieg reichte jedoch nicht aus, um den Trend umzukehren, da die Sorgen um die weltweite Versorgung weiterhin groß sind, insbesondere nach den nach unten korrigierten Nachfrageprognosen der IEA und der OPEC.
Der Rückgang von Gasoil in London am heutigen Morgen verschafft dem Schweizer Markt diesmal etwas Linderung. Der ICE Gasoil-Kontrakt, die europäische Benchmark für Diesel und Heizöl, gibt nach den hohen Ständen der letzten Tage nach. Diese Entspannung schlägt sich in einem spürbaren Rückgang der Richtpreise für Heizöl in der Schweiz im Vergleich zu Mittwoch nieder.

