Heizöl-Info vom 12. Mai

Der Ölmarkt bleibt am heutigen Dienstag, dem 12. Mai, unter Hochspannung. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung schwindet angesichts einer zunehmend aggressiven Rhetorik aus Washington, während Branchenführer Alarm wegen des kritischen Zustands des weltweiten Angebots schlagen.

Donald Trump hat den Ton verschärft und erklärt, dass der seit fünf Wochen bestehende Waffenstillstand mit dem Iran nur noch an einem seidenen Faden hänge. Der US-Präsident wies die Gegenvorschläge Teherans (Kriegsreparationen, vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus) entschieden zurück. Auch wenn Trump beteuert, weiterhin an die Diplomatie zu glauben, lassen seine Drohungen, die Militärschläge wiederaufzunehmen, falls der Iran nicht einlenkt, die Märkte eine unmittelbare Eskalation befürchten.

Der CEO von Saudi Aramco, Amin Nasser, zeichnete ein düsteres Bild der Lage. Ihm zufolge entzieht die anhaltende Blockade der Straße von Hormus dem Markt jede Woche 100 Millionen Barrel. Er warnt, dass sich die weltweiten Vorräte gefährlich niedrigen Ständen nähern und die Wiederherstellung eines normalen Marktes bis 2027 dauern könnte. Da sich der Großteil der weltweiten Reserven genau hinter der Blockade befindet, sind diese derzeit nicht nutzbar, um die Krise zu lindern.

Im Vorfeld seines Treffens mit Xi Jinping am morgigen Mittwoch hat Washington neue Sanktionen gegen Unternehmen verhängt, die den Verkauf von iranischem Öl an China erleichtern. Damit gerät der größte Abnehmer von iranischem Rohöl mitten in das Tauziehen. Analysten schätzen, dass ein Scheitern der Gespräche in Peking den Brent-Preis in Richtung 115 Dollar treiben könnte, während ein Erfolg ihn um 10 Dollar fallen lassen könnte.

Trotz einer grundsätzlichen bullishen Tendenz zeigt der Markt Anzeichen von Unentschlossenheit. Brent stabilisiert sich heute Morgen bei rund 104,80 Dollar. Die Anleger warten nun auf den monatlichen EIA-Bericht heute Abend, um das tatsächliche Ausmaß des Versorgungsdefizits einzuschätzen.

Nach der hohen Volatilität vom Montag zeigen sich die Inlandspreise heute Morgen relativ stabil. Wir beobachten eine Stagnation oder einen nur sehr leichten Anstieg der Heizölpreise im Vergleich zu gestern. Der Markt scheint vor den für morgen erwarteten entscheidenden Ankündigungen kurz durchzuatmen.