Die Rohölexporte aus der Golfregion haben sich im September überraschend deutlich erholt und erreichten vor allem dank steigender saudi-arabischer Lieferungen wieder mehr als 81% ihres Vorkriegsniveaus. Bei raffinierten Produkten wie Diesel hinken die Liefermengen jedoch weiterhin hinterher, was die weltweite Verknappung auf dem Produktmarkt aufrecht erhält. Unterdessen führte der vollständige Einbruch der iranischen Ölexporte infolge der US-Seeblockade zum Rücktritt des iranischen Erdölministers.
Um der Anspannung entgegenzuwirken, haben die G7-Staaten die Freigabe von 100 Millionen Barrel aus ihren Notfallreserven beschlossen, während die OPEC+ ihre Förderquoten unverändert belässt. Trotz anhaltender Sicherheitsrisiken und vereinzelter Angriffe in der Region sorgen die gestiegenen Exportmengen und die Reservefreigaben für einen gewissen Druck auf die internationalen Rohölnotierungen, die sich nach deutlichen Verlusten vorerst stabilisieren.
In der Schweiz führt diese vorübergehende Beruhigung an den internationalen Märkten zu einer leichten Entlastung bei den Preisen für Heizöl. Nach den Preisrückgängen des Vortages zeigen sich die Richtpreise für Heizöl heute Morgen im Vergleich zu Montagmorgen tendenziell etwas günstiger, wenngleich die allgemeine Lage angesichts der geopolitischen Risiken weiterhin volatil bleibt.

