Die Ölmärkte starteten die Woche mit Nachrichten aus den USA, die darauf hindeuten, dass nach den Zwischenwahlen keine sofortige neue Militäroperation gegen den Iran folgen wird. Diese Aussicht hat die Sorge um eine plötzliche Unterbrechung des Nahost‑Angebots gemindert, doch die anhaltenden Angriffe auf Handelsschiffe in der Strasse von Hormus und die US‑Schläge gegen die Insel Qeshm halten die Spannungen hoch. Zusätzlich hat die OPEC7+ beschlossen, ihre Produktionsquoten bis Dezember unverändert zu lassen, was das globale Angebot stabilisiert.
Auf wirtschaftlicher und diplomatischer Ebene haben die jüngsten Äusserungen des obersten geistlichen Führers Irans die Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung zwischen Washington und Teheran gestärkt, indem sie den Verhandlungsführern mehr Befugnisse geben. Gleichzeitig haben die US‑Verteidigungsschläge auf Qeshm die Befürchtungen einer Eskalation wiederbelebt und zeigen, dass militärische Risiken weiterhin bestehen. Die Gespräche in Doha endeten ohne Durchbruch, doch die Verhandlungen gehen weiter, während die US‑Zwischenwahlen mögliche Auswirkungen auf die US‑Nachfrage und die Haushalts‑ und Schuldenpolitik haben könnten.
Für die Schweiz bedeutet dies, dass die Preise für Heizöl nach dem deutlichen Rückgang am Vortag weiterhin unter Druck stehen. Heute zeigen die Kontrakte zwar eine leichte Aufwärtsbewegung, liegen jedoch immer noch unter den Niveaus der Vorwoche, sodass weiterhin Potenzial für weitere Preisnachlässe besteht. Der Schweizer Markt bleibt volatil, und die Preise bleiben belastet, solange die geopolitischen Unsicherheiten und die Verhandlungsergebnisse unklar bleiben.

