Die jüngsten US‑Schätzungen der Ölbestände haben keine klare Richtung vorgegeben, doch die Befürchtungen einer möglichen US‑Militäraktion gegen den Iran nach den Zwischenwahlen haben den Aufwärtsdruck auf die Ölpreise aufrechterhalten. Der anhaltende Konflikt zwischen der jemenitischen Huthi‑Miliz und Saudi‑Arabien, insbesondere nach dem Brand im Ölhafen Ras Tanura, hat ebenfalls die Erwartung einer knapperen Versorgung verstärkt.
Gleichzeitig haben die Vermittlungsbemühungen Katars zwischen den USA und dem Iran sowie das Schreiben des US‑Vizepräsidenten JD Vance an den iranischen Sicherheitschef die Sorgen über eine militärische Eskalation kurzfristig gemindert. Das verstärkte US‑Militärengagement in der Region und der Abzug von Diplomaten haben jedoch das Optimismusniveau begrenzt. Die US‑Notenbank hat die Leitzinsen unverändert gelassen, was den Dollar leicht schwächte und die in Dollar notierten Kontrakte für Akteure ausserhalb der USA etwas attraktiver machte.
Für die Schweiz bedeutet dies eine leichte Abwärtsbewegung der indikativiven Heizölpreise. Nach einem schwächeren Start am Morgen haben die europäischen Referenzkontrakte nachgelassen, was ein mögliches Preisrückgangspotenzial im Inland eröffnet, obwohl die Volatilität aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten nach wie vor hoch bleibt.

