Am Freitag wurde der globale Ölmarkt von widersprüchlichen Ereignissen geprägt. Einerseits halten die Spannungen im Nahen Osten an, insbesondere nach dem Huthi-Angriff auf den Flughafen Riad und den erneuten Drohungen gegen Tanker in der Strasse von Hormus, was den Rohölpreis über der 100‑Dollar‑Marke hält. Andererseits hat der Hurrikan Isaias die Ölproduktion im Golf von Mexiko kaum beeinträchtigt, da die US‑Plattformen nach einer kurzen Evakuierung schnell wieder in Betrieb genommen wurden.
Gleichzeitig hat Russland in Absprache mit Washington das Diesel‑Exportverbot teilweise gelockert und 500 000 Tonnen auf die Weltmärkte freigegeben, mit weiteren Lieferungen in den kommenden Wochen. Der US‑Präsident verkündete zudem eine „Energie‑Waffenruhe“ zwischen Moskau und Kiew, doch Beobachter bleiben skeptisch, was die konkrete Umsetzung betrifft. Diese Massnahmen führten zu einer leichten Kurskorrektur am Tagesende, während geopolitische Unsicherheiten und Sanktionen die Marktdynamik insgesamt neutral bis leicht rückläufig halten.
In der Schweiz spiegeln die Preisindikatoren für Heizöl diese Unsicherheit wider: Die Preise zeigen im Vergleich zum Vortag leichte Abwärtsbewegungen, bleiben jedoch volatil aufgrund der internationalen Schwankungen. Verbraucher können daher eine moderate Entspannung der Preise erwarten, sollten jedoch wachsam bleiben gegenüber möglichen Wendungen durch geopolitische Entwicklungen oder neue Diesel‑Exportentscheidungen.

