Die Preise für Benzin und Diesel an der Tankstelle ändern sich täglich. Doch haben die Tankbetreiber wirklich die volle Kontrolle darüber? Welche Rolle spielt der Staat, und wie stark beeinflusst der Rohölpreis die Anzeige an der Zapfsäule?
Hinter den ständigen Schwankungen steht eine klare Preisstruktur, die auf drei wesentlichen Säulen basiert:
1. Der staatliche Anteil: Über die Hälfte des Preises
Der bedeutendste Faktor bei den Treibstoffkosten in der Schweiz ist die Steuerbelastung. Tatsächlich fliesst mehr als die Hälfte des an der Zapfsäule bezahlten Betrags direkt an den Bund. Diese Abgaben unterteilen sich in zwei Hauptbereiche:
Fixe Steuern (pro Liter)
Der Staat erhebt verschiedene Abgaben, deren Betrag pro Liter unabhängig vom aktuellen Erdölpreis immer gleich bleibt. Dazu gehören die Mineralölsteuer, der Mineralölsteuerzuschlag sowie Importgebühren. Diese fixen Kosten belaufen sich auf rund 80 Rappen pro Liter. Die Einnahmen werden grossenteils für die Finanzierung der Strasseninfrastruktur und Mobilitätsprojekte verwendet.
Variable Steuern
Ganz am Ende wird auf den Gesamtbetrag (einschliesslich der fixen Steuern) die Mehrwertsteuer (MwSt.) erhoben, die aktuell 8,1 % beträgt.
Zusätzlich zu dieser steuerlichen Belastung kommen Kosten für die gesetzliche Verpflichtung der Importeure und Produzenten hinzu, die CO₂-Emissionen zu kompensieren.
2. Internationale Märkte: Der volatile Faktor
Da etwa 75 % des in der Schweiz verbrauchten Benzins und Diesels als Fertigprodukte importiert werden, diktieren die Weltmärkte die täglichen Preisschwankungen. Der Einstandspreis an der Grenze (meist Basel) hängt von drei Faktoren ab:
Börse und Angebot/Nachfrage:
Der Basispreis wird an den Spotmärkten festgelegt, insbesondere im internationalen Raum ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen). Dieser wird durch die OPEC+, geopolitische Ereignisse und das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Raffinerieprodukten beeinflusst. Ein starkes Weltwirtschaftswachstum erhöht beispielsweise die Nachfrage und treibt die Preise nach oben.
Wechselkurs USD/CHF
Erdöltransaktionen werden weltweit in US-Dollar (USD) abgewickelt. Für Schweizer Importeure ist daher das Verhältnis zwischen dem Schweizer Franken und dem Dollar entscheidend. Ein starker Franken ermöglicht es, Treibstoff in der lokalen Währung günstiger einzukaufen, was die Preise an der Zapfsäule dämpft. Ein schwacher Franken hingegen verteuert den Import und lässt die Preise steigen.
Transportkosten und der Rhein
Ein Grossteil der Importe gelangt über den Rhein in die Schweiz. Der Pegelstand des Flusses ist daher ein kritischer Logistikfaktor: Bei Niedrigwasser können Tankschiffe weniger Fracht laden, was die Transportkosten pro Liter und damit den Endpreis an der Zapfsäule deutlich erhöht.
3. Vertrieb und Logistik
Die letzte Komponente umfasst die Vertriebskosten der Mineralölgesellschaften in der Schweiz. Darin enthalten sind die Lagerung, die Binnenlogistik, der Transport ab der Grenze sowie die Marketing- und Betriebskosten der Tankstellen.
Beim Tanken sparen
Trotz der Marktschwankungen gibt es Möglichkeiten, von attraktiveren Preisen zu profitieren. So bietet beispielsweise die CelsaCard einen dauerhaften Rabatt von 4 Rp./Lt. auf Treibstoff an allen Celsa-Charmettes-Tankstellen.


