Heizöl-Info vom 9. März

Der Ölmarkt ist an diesem Montagmorgen in eine kritische Dimension gekippt. Der Preis für ein Barrel Brent, der am Freitag die 90-Dollar-Marke überschritten hatte, testete bei der Eröffnung des asiatischen Handels kurzzeitig die Marke von 120 Dollar, bevor er sich knapp darunter stabilisierte.

Die Blockade der Straße von Hormus zeigt nun ihre am meisten gefürchteten Auswirkungen. Nach dem Irak waren nun auch Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate gezwungen, ihre Produktion zu drosseln. Da ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind und ein Export auf dem Seeweg fast unmöglich ist (am vergangenen Donnerstag konnten nur zwei Tanker das Nadelöhr passieren, gegenüber normalerweise 138), müssen die Förderhähne zugedreht werden. Diese physische Verknappung des weltweiten Angebots ist der Hauptantrieb der aktuellen Panik.

Die Hoffnung auf eine Beruhigung hat sich am Wochenende zerschlagen. Teheran ernannte Mojtaba Chamenei, den Sohn des getöteten Ajatollahs, zum neuen obersten Führer und signalisierte damit ein Festhalten an der harten Linie. Donald Trump drohte seinerseits damit, die US-Angriffe auf bisher unangetastete Ziele auszuweiten, bis das iranische Regime kapituliert oder vollständig zusammenbricht. Parallel dazu musste Saudi-Arabien einen Drohnenangriff auf sein Shaiba-Ölfeld abwehren, was bestätigt, dass Energieinfrastrukturen weiterhin vorrangige Ziele bleiben.

Trotz der explodierenden Preise hält die Internationale Energieagentur (IEA) eine koordinierte Freigabe strategischer Reserven noch nicht für notwendig, was dem Markt ein wichtiges Entspannungssignal verwehrt. Anleger warten nun mit großer Nervosität auf die in dieser Woche erwarteten Monatsberichte der OPEC und der IEA, um das tatsächliche Ausmaß des Versorgungsdefizits einzuschätzen.

Das Erwachen an diesem Montagmorgen ist daher brutal. Der kombinierte Anstieg von Rohöl und dem ICE Gasoil-Kontrakt führt zu einem massiven Sprung der Heizölpreise im Vergleich zum Freitag.