Heizöl-Info vom 9. Januar

Die politische Instabilität im Nahen Osten und die Verschärfung der internationalen Sanktionen haben zu einer deutlichen Erholung der Ölpreise geführt und den Abwärtstrend der letzten Tage jäh unterbrochen. Während sich der Markt zuvor auf das weltweite Überangebot konzentriert hatte, verlagerte sich die Aufmerksamkeit nun schlagartig auf den Iran. Dort schüren Massenproteste und die Androhung amerikanischer Vergeltungsmaßnahmen die Angst vor erheblichen Versorgungsunterbrechungen. Diese neuen Spannungen, verstärkt durch weitere Sanktionen gegen Russland und Zwischenfälle im Schwarzen Meer, haben die Notierungen auf den höchsten Stand seit einem Monat getrieben.

Trotz dieses aufgeheizten Klimas bleibt die physische Realität des Marktes unverändert: Das Angebot ist weiterhin reichlich vorhanden. Tatsächlich sind die Anleger langfristig so pessimistisch wie selten zuvor und fürchten für das Jahr 2026 eine regelrechte Marktsättigung. Auch wenn geopolitische Risiken die Preise unmittelbar stützen, lastet die stetig steigende Förderung in den USA und anderen Exportländern als dauerhafte Bedrohung auf der mittelfristigen Preisstabilität.

Dieser internationale Preisschub wirkt sich massiv auf den Binnenmarkt aus, wo die Heizölpreise wieder anziehen. Nach einer Phase der Entspannung kletterten die Endverbrauchertarife im Fahrwasser der steigenden Weltmarktpreise nach oben. Die Verbraucher sehen sich erneut einer starken Volatilität gegenüber, die von den diplomatischen Ankündigungen Washingtons und den Unsicherheiten rund um die vénézuwelanischen Lagerbestände bestimmt wird. Momentan scheint die geopolitische Risikoprämie die Logik der Überproduktion zu überwiegen, doch die Zerbrechlichkeit dieses Anstiegs deutet darauf hin, dass der Markt beim geringsten Zeichen einer Entspannung wieder nachgeben könnte.