Der Ölmarkt erlebt an diesem Mittwoch eine wahre Kehrtwende. Während alle Anzeichen auf eine unmittelbar bevorstehende Explosion hindeuteten, hat ein Überraschungsabkommen zu einem spektakulären Kurseinbruch geführt, bei dem Brent und WTI wieder unter die 100-Dollar-Marke fielen.
Gegen alle Erwartungen haben sich die USA und der Iran auf einen 14-tägigen Waffenstillstand geeinigt. Teheran hat sich verpflichtet, während dieses Zeitraums die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu garantieren. Offizielle Verhandlungen sollen diesen Freitag unter der Vermittlung Pakistans in Islamabad beginnen. Donald Trump sprach umgehend von einem „totalen Sieg“, wenngleich die Fragilität dieses Abkommens offensichtlich ist: Israel hat bereits klargestellt, dass dieser Waffenstillstand nicht für seine Operationen gegen die Hisbollah im Libanon gilt.
Die Reaktion der Weltbörsen war unmittelbar und heftig. Der Ölpreis verlor innerhalb weniger Stunden rund 16 % an Wert. Analysten betonen, dass diese Bewegung zwar beeindruckend ist, eine dauerhafte Rückkehr unter 80 Dollar jedoch wesentlich solidere Friedensgarantien erfordern würde. Derzeit warten noch mehr als 800 Schiffe auf logistische Details, um die Golfregion sicher verlassen oder anlaufen zu können.
In diesem historischen Kontext blieben die API-Daten (American Petroleum Institute) weitgehend unbeachtet. Diese meldeten einen unerwartet starken Aufbau der Rohölvorräte (+3,7 Mio. Barrel), dem ein Rückgang bei den Raffinerieprodukten gegenüberstand. Obwohl diese Zahlen neutral sind, bestätigen sie, dass der Markt derzeit fast ausschließlich auf die geopolitische Lage im Nahen Osten blickt.
Das Ausmaß des Preissturzes hat alle technischen Unterstützungen durchbrochen. Die Indikatoren (Stochastik, RSI) sind in den roten Bereich gerutscht und generieren massive Verkaufssignale.
Für den Schweizer Binnenmarkt ist daher an diesem Morgen mit einem erheblichen Preisrückgang zu rechnen.

