Das wachsende Interesse der USA am venezolanischen Öl lastet schwer auf den Weltmärkten und führt zu einem deutlichen Preisrückgang. Da Washington immer offener die Absicht zeigt, die Energieressourcen des Landes unter Kontrolle zu bringen, deuten Anleger dies als Zeichen für ein künftig noch üppigeres Angebot. Die Aussicht auf Millionen zusätzlicher Barrels auf dem Markt verstärkt das Gefühl eines globalen Überschusses, zumal die Nachfrage weiterhin nur schleppend vorankommt.
Die amerikanische Strategie wird durch den Plan konkretisiert, die venezolanische Ölindustrie zum eigenen Vorteil umzustrukturieren und gleichzeitig den Einfluss anderer ausländischer Mächte zurückzudrängen. Parallel dazu zeigen die jüngsten Daten zu den US-Reserven einen starken Anstieg der Bestände an Fertigprodukten, was bestätigt, dass das Angebot den aktuellen Bedarf weit übersteigt. Auch wenn einige venezolanische Förderstätten zwangsweise stillgelegt sind, bleibt der Markt davon überzeugt, dass der weltweite Überschuss ausreicht, um diese Störungen problemlos aufzufangen.
Nach mehreren Tagen mit steigender Tendenz orientieren sich die Heizölpreise nun nach unten und folgen damit dem Einbruch der Weltmarktpreise, die ihren niedrigsten Stand seit dem letzten Sommer erreicht haben. Diese Entspannung wird zudem durch Anzeichen diplomatischer Fortschritte in Osteuropa genährt, was langfristig eine reibungslosere Rückkehr von Energieexporten in Aussicht stellt. Derzeit stehen alle Zeichen beim Rohöl auf Rot, da keine reale Gefahr einer Knappheit dem aktuellen Trend entgegenwirkt.

