Heizöl-Info vom 6. Januar

Das weltweite Zeitgeschehen lastet erneut auf den Ölnotierungen und lässt, zumindest vorübergehend, in den Hintergrund rücken, dass der Markt eigentlich gut versorgt ist. Nachdem die Preise zunächst einen Abwärtstrend verfolgten, drehten sie aufgrund der Ungewissheit über die neuen diplomatischen Ambitionen der USA schnell wieder ins Plus. Diese Nervosität der Anleger kaschiert momentan die Tatsache, dass Rohöl in großen Mengen verfügbar bleibt, sodass Experten für das Jahr 2026 weiterhin mit sinkenden Tarifen rechnen.

In Venezuela bleibt die Lage durch das Fortbestehen des US-Marineembargos blockiert, was mangels Lagerkapazitäten zur Stilllegung mehrerer Förderstätten führt. Zwar plant das Weiße Haus Beratungen mit der Ölindustrie, um die Förderung im Land wieder anzukurbeln, doch Fachleute sind sich einig, dass ein echter Neustart mehrere Jahre dauern und gewaltige Investitionen erfordern wird. Kurzfristig ist das Land daher nicht in der Lage, das globale Marktgleichgewicht ins Wanken zu bringen.

Das deutlichste Signal für das derzeitige Überangebot kommt aus Saudi-Arabien, wo die staatliche Ölgesellschaft ihre Preise bereits den dritten Monat in Folge gesenkt hat, um gegenüber der Konkurrenz wettbewerbsfähig zu bleiben. Auf dem Binnenmarkt zieht der Heizölpreis infolge der Volatilität der letzten Tage leicht an, dieser Trend bleibt jedoch schwach ausgeprägt. Die Aussicht auf einen anhaltenden weltweiten Ölüberschuss dämpft weiterhin jeden nachhaltigen Preisanstieg.