Der Höhenflug der Energiepreise kennt am heutigen Donnerstag kein Halten. Sowohl Rohöl als auch Fertigprodukte wie Heizöl und Diesel steigen unaufhaltsam weiter.
Für den neuen Schock am Vormittag sorgte die chinesische Regierung: Sie hat ihre größten Raffinerien angewiesen, die Exporte von Diesel und Benzin mit sofortiger Wirkung einzustellen. Als weltweit größter Ölimporteur sorgt sich Peking um die eigene Energiesicherheit, da der Konflikt im Iran die üblichen Versorgungswege lähmt. Diese Entscheidung entzieht dem Weltmarkt massive Volumina und verschärft schlagartig den Mangel an Raffinerieprodukten, der bereits durch die Blockade der Straße von Hormus entstanden ist.
Die Lage im Nahen Osten bleibt festgefahren. Schätzungsweise 329 Öltanker sitzen derzeit in der Golfregion fest, während Teheran weiterhin Schiffe angreift – darunter erst gestern einen Tanker vor der Küste Kuwaits. Die Auswirkungen auf die Produktion sind mittlerweile konkret: Der Irak musste seine Förderung mangels Lagerkapazitäten um 1,5 Millionen Barrel pro Tag drosseln, und Katar hat für seine Gasexporte (LNG) „höhere Gewalt“ angemeldet. Es wird geschätzt, dass es mindestens einen Monat dauern wird, bis dort wieder Normalität einkehrt.
In diesem Kriegskontext blieben die gestern veröffentlichten offiziellen Statistiken des US-Energieministeriums (DOE) völlig wirkungslos, obwohl sie sinkende Nachfrage und steigende Bestände auswiesen. Die Angst vor einem physischen Abriss der weltweiten Versorgung verdrängt derzeit jeden anderen Indikator.
Angetrieben durch den steil ansteigenden ICE Gasoil-Kontrakt verzeichnen die Heizölpreise an diesem Donnerstagmorgen einen erneuten Anstieg im Vergleich zu Mittwoch.

