Heizöl-Info vom 5. Januar

Der Ölmarkt startet trotz einer dichten geopolitischen Nachrichtenlage mit einem tendenziellen Abwärtstrend in das neue Jahr. Obwohl die Spannungen in Venezuela, die Unruhen im Nahen Osten und neue US-Zollandrohungen gegen Indien das Risiko von Preissteigerungen erhöhen könnten, überwiegt derzeit das reichliche globale Ölangebot diese Unsicherheiten.

Auf der Angebotsseite hat die OPEC+ bestätigt, ihre Förderkürzungen bis zum Ende des ersten Quartals 2026 beizubehalten. Diese Entscheidung war zwar erwartet worden, unterstreicht jedoch die Vorsicht des Bündnisses angesichts einer saisonal schwachen Nachfrage zu Jahresbeginn, auch wenn die Exportländer die globalen Lagerbestände als ausgewogen betrachten. Zudem sorgt die politische Instabilität in Venezuela am Markt kaum für Beunruhigung. Dies liegt vor allem am mittlerweile geringen Anteil des Landes an der weltweiten Förderung sowie an den Wachstumsperspektiven des Angebots in anderen Regionen.

Der Markt für raffinierte Produkte, insbesondere Heizöl, zeigt sich auf nationaler Ebene hingegen widerstandsfähiger. Während die internationalen Rohölnotierungen sanken, legten die Endverbraucherpreise leicht zu, da lokale Einkäufer ihre Bestände vorsorglich absicherten, um sich gegen mögliche Preissprünge zu wappnen. Kurzfristig bleiben die Erwartungen jedoch bärisch geprägt: die Marktsättigung und die Prognosen eines deutlichen Überangebots für das Jahr 2026 begrenzen nachhaltige Erholungsversuche der Preise.