An diesem Wochenende hat der US-Präsident eine neue Stufe erklommen, indem er öffentlich die Möglichkeit ansprach, Bodentruppen einzusetzen, um strategische Punkte zu besetzen – insbesondere die Insel Kharg, das wichtigste iranische Exportterminal. Mittlerweile sind 50.000 US-Soldaten in der Region stationiert. Obwohl in Pakistan indirekte Verhandlungen fortgesetzt werden sollen, macht die Kluft zwischen den Forderungen beider Seiten (Reparationszahlungen für Teheran, nukleare Abrüstung für Washington) ein sofortiges Abkommen höchst unwahrscheinlich.
Eine neue Gefahr belastet die weltweite Logistik: Die Huthi-Rebellen im Jemen sind offiziell in den Konflikt eingegriffen und haben Raketen auf Israel abgefeuert. Analysten von JP Morgan warnen, dass sich das Risiko nicht mehr nur auf die Straße von Hormus beschränkt, sondern nun auch die Meerenge von Bab el-Mandeb umfasst. Sollte dieser zweite wichtige Durchgang zum Suezkanal blockiert werden, wäre der Schlag für das weltweite Angebot an Rohöl und raffinierten Produkten beispiellos.
Außerhalb des Nahen Ostens bleibt die Lage in der Ostsee kritisch. Ukrainische Drohnenangriffe auf die Häfen von Primorsk und Ust-Luga haben Moskaus Exportkapazitäten um etwa 40 % reduziert. Die Brände, die bis zum Wochenende wüteten, zwingen russische Unternehmen dazu, „höhere Gewalt“ (Force Majeure) geltend zu machen, was das auf dem europäischen Markt verfügbare Rohöl weiter verknappt.
Die Marktstimmung ist mittlerweile eindeutig bullisch. Angesichts der faktischen Sperrung der Straße von Hormus (wodurch täglich etwa 12 Millionen Barrel vom Markt verschwinden) sprechen Experten nun offen von Szenarien, in denen der Ölpreis 200 Dollar pro Barrel erreichen könnte, sollten die Infrastrukturen der Region durch Raketen- oder Drohnenangriffe massiv zerstört werden.
Nach den Anstiegen vom Freitag setzen die Heizölpreise ihren Aufwärtstrend fort und verzeichnen an diesem Montagmorgen ein deutliches Plus gegenüber dem Stand vom Freitagvormittag.

